Erstmals außerhalb Kubas: Studentenorchester aus Havanna in Salzburg

Salzburg/Havanna (APA) - Die Stiftung Mozarteum hat ein Studentenorchester aus Kuba eingeladen, bei der international renommierten Mozartwoc...

Salzburg/Havanna (APA) - Die Stiftung Mozarteum hat ein Studentenorchester aus Kuba eingeladen, bei der international renommierten Mozartwoche aufzutreten. Morgen, Dienstag, werden 33 Jungmusiker in der Aula und im Großen Saal des Mozarteums zwei Konzerte geben und dabei Musik von Mozart sowie diverser lateinamerikanischer Komponisten aufführen. Es ist dies das erste Gastspiel des jungen Orchesters außerhalb Kubas.

Die kulturelle Zusammenarbeit der Stiftung Mozarteum begann 2007 mit der Übergabe einer Mozart-Büste an die Musikuniversität von Havanna. Danach wurde das Lyceum Mozartiano gegründet, in dem Orchestermusiker und angehende Kulturmanager ausgebildet werden. „Seither ist das Interesse an europäischer Musik und speziell an Mozart in Kuba sprunghaft angestiegen“, wie Ulises Hernandez, Direktor des Lyceum Mozartiano, heute, Montag, Vormittag bei einem Pressegespräch in der Stiftung Mozarteum erklärte.

In dieses Lyceum Mozartiano hat auch die Salzburger Kunstuniversität Mozarteum Lehrer entsandt. Zudem haben sich europäische Topinterpreten wie Thomas Hengelbrock oder Ranaud Capucon in dieser Organisation als Dozenten und Musiker engagiert. Darüber hinaus wurde die laut Stiftungs-Leiter Matthias Schulz umfangreichste Mediathek Lateinamerikas gegründet und Know-how über Instrumentenbau sowie Notenmaterial nach Kuba transferiert. Zentraler Aspekt ist aber der direkte Musikeraustausch.

Unter der Leitung von Jose Antonio Mendez Padron wird das kubanische Jugendorchester morgen, Dienstag, Nachmittag Mozarts Symphonien in A-Dur KV 134 und in B-Dur KV 319 mit Kompositionen von Carlos Farinas, Guido Popez-Gavilan und Mioses Simon Rodriguez kombinieren. In einem Nachtkonzert im Großen Saal wird dann Mozarts Flötenkonzert KV 315 auf die lateinamerikanische Musik treffen. „Wir Latinos neigen dazu, sehr viel Gefühl in jede einzelnen Note zu packen. Da besteht die Gefahr, dass wir zu viel des Guten tun und die Musiker vor allem in rhythmischer Hinsicht überphrasieren“, erläuterte Dirigent Mendez Padron. „Aber wir wollten trotzdem den international gängigen Mozart-Stil nicht einfach kopieren, sondern unsere eigene Interpretation entwickeln.“

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„Das Abfeiern eines Geburtstages kann leicht zur Hülse verkommen“, meinte Kuba-Projektinitiator und Präsident der Stiftung, Johannes Honsig-Erlenburg. „Aber wenn dieses Kubanische Jugendorchester das Geburtstagsständchen spielt, dann bekommt ein derartiges Jubiläum wertvollen Sinn.“ Die Konzerte finden morgen, Dienstag, genau am 359. Geburtstag Mozarts statt.

Die EU fördert dieses Kulturaustauschprojekt zwischen Salzburg und Havanna mit rund 500.000 Euro auf drei Jahre verteilt. Damit - sowie mit Geldern und Sachleistungen der Stiftung, des Staates Kuba, des Sponsors Hilti-Foundation sowie weiterer privater Geldgeber - wird auch eine Mozartwoche in Havanna stattfinden, und zwar von 16. bis 24. Oktober 2015 an sämtlichen geeigneten Sälen in und um Havanna. „Ziel ist es, diese kubanische Mozartwoche dauerhaft zu installieren“, so Schulz, „dafür werden wir im Laufe dieses Jahres mit der EU weiterverhandeln.“

(S E R V I C E - „Cuban Mozart Residence“ am 27.1., 16 Uhr, Große Universitätsaula Mozarteum; Nachtkonzert, 27.1., 22.30 Uhr, Großer Saal Mozarteum. www.mozarteum.at)


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