Zwei Verschüttete am Hafelekar, ein Schwerverletzter in Kitzbühel
Bei zwei Lawinenabgängen in Tirol sind am Mittwoch insgesamt vier Personen verschüttet worden. Einen Schwerverletzten forderte der Abgang eines Schneebretts am Kitzbüheler Horn. Auf der Nordkette wurden zwei Frauen verschüttet. Beide konnten rasch geborgen werden.
Innsbruck – Eine groß angelegte Suchaktion mit Feuerwehr und Bergrettung im freien Skiraum am Hafelekar bei Innsbruck konnte am Mittwoch nach knapp zwei Stunden beendet werden. Zwei Tirolerinnen im Alter von 30 und 32 Jahren wurden teilweise verschüttet, konnten aber rasch geborgen werden. „Eine Dame wurde mit dem Hubschrauber abtransportiert“, informierte Thomas Schroll, Geschäftsführer der Nordkettenbahnen, gegenüber TT Online. Sie wurde leicht verletzt ins Landeskrankenhaus nach Hall gebracht.
Die Lawine ging gegen 10.30 Uhr unterhalb der Hafelekar-Bahn im freien Skiraum außerhalb der Direttissima ab, als drei Skifahrer, die mit Nofallausrüstung ausgestattet waren, gerade eingefahren waren. Ein 30-jähriger Mann konnte wegen der Sichtbedingungen das Ausmaß der Lawine erst nicht erkennen. Doch seine zwei Begleiterinnen fehlten.
Mit einem weiteren Skifahrer machte er sich sofort auf die Suche. Rasch orteten die beiden eine der Frauen, die teilweise verschüttet worden war. Während der Bergung ging etwas östlich von ihnen eine Nachlawine ab. Die beiden Helfer wurden erfasst und etwa 20 Meter mitgerissen aber nicht verschüttet. Die Männer begannen sofort erneut mit der Ortung der Frau. Sie war diesmal komplett verschüttet worden. Die Skifahrer konnten sie aber rasch ausgraben.
Währenddessen hatten etwas weiter unterhalb weitere Ersthelfer die zweite Frau geortet und ausgegraben. Alle Beteiligten wurden mit der Hubschrauber zum Stützpunkt der Bergstation gebracht. Eine der beiden Frauen wurde zur weiteren Untersuchung in das Krankenhaus nach Hall geflogen. Alle anderen fuhren selbst ins Tal ab.
„Es gab drei Anrisse, es ist schon ein großes Volumen, das herunter gegangen ist“, informierte Schroll. Wie die Polizei am Abend mitteilte war der gesamte Anriss der ersten und zweiten Lawine zwischen 300 und 350 Meter breit und etwa 1000 Meter lang mit einem Höhenunterschied von rund 500 Metern.
Nachdem unklar gewesen war, ob es weitere Verschüttete gab, suchte ein Trupp mit elf Mann von der Bergrettung und der Feuerwehr den Lawinenkegel ab. Auch zwei Lawinenhunde waren im Einsatz.
Lawinenabgang am Kitzbüheler Horn
Am Kitzbüheler Horn unterhalb der Hornköpflhütte kam es im freien Skiraum kurz nach 14 Uhr ebenfalls zu einem Lawinenabgang in Richtung Raintal. Die Lawine wurde von zwei jungen Männern ausgelöst. Augenzeugen beobachteten das Unglück und schlugen Alarm. Die Betriebsleitung der Bergbahnen leitete sofort die Suchaktion ein.
Ein 18-Jähriger wurde knapp 170 Meter mitgerissen und komplett verschüttet. Er konnte von zufällig in der Nähe befindlichen Personen mittels Lawinenverschüttetensuchgerät geortet und aus zwei Metern Tiefe geborgen werden. Er wurde mit schweren Verletzungen ins Unfallkrankenhaus Salzburg geflogen. Der andere Wintersportler wurde etwas später an der Oberfläche der Lawine gesichtet. Der 19-Jährige wurde rund 400 Meter von den Schneemassen mitgerissen, aber nur teilweise verschüttet - sein Kopf und sein linker Arm blieben an der Oberfläche. „Er begann sich selbst auszugraben und wurde in weiterer Folge von der Bergrettung bzw. von Bergbahnangestellten befreit“, teilte die Polizei mit. Er wurde anschließend mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Bezirkskrankenhaus Kufstein geflogen.
Da nicht auszuschließen war, dass weitere Personen verschüttet wurden, wurde die Suche fortgesetzt. Diese konnte gegen 15.15 Uhr schließlich beendet werden. (saku, tt.com)