Asyl - OÖ erfüllt Quote bis Ende Jänner zu „ungefähr 95 Prozent“

Linz/Großraming (APA) - Oberösterreich wird seine Asylquote laut der zuständigen Landesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) bis Ende Jänner zu „ungefäh...

Linz/Großraming (APA) - Oberösterreich wird seine Asylquote laut der zuständigen Landesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) bis Ende Jänner zu „ungefähr 95 Prozent“ erfüllen. „Wenn alle Plätze belegt werden können“, schränkte sie in einer Pressekonferenz am Mittwoch ein. Das Land könne gar nicht die volle Zahl an Flüchtlingen aufnehmen, für die es zuständig wäre, weil sich so viele in den Bundesbetreuungsstellen befänden.

Laut Jahn könnten in Oberösterreich bis Monatsende 150 weitere Plätze mit Asylwerbern belegt werden, im Februar würden noch 250 zusätzliche erschlossen. Sie geht davon aus, dass bis 31. Jänner „alle Bundesländer eine Quote um Mitte der 90 Prozent erreichen“. Dieser Wert werde sich in den kommenden Monaten noch angleichen, eine gewisse Bandbreite bleibe immer - aufgrund der Schwankungen der Flüchtlingszahlen und um die Flexibilität des Systems zu sichern.

Es gehe aber nicht in erster Linie um die Quotenerfüllung, sondern um die Frage wie mit Dublin-III-Fällen umzugehen ist, betonte die Landesrätin. Deren Verfahren müssen in anderen Staaten abgewickelt werden, die Länder haben keine Zuständigkeit. „Wir werden die Entwicklung in diesem Bereich genau beobachten“, kündigte Jahn an. Komme es in den nächsten zwei, drei Wochen zu keiner Besserung, werde es eine außerordentliche Flüchtlingsreferentenkonferenz brauchen. Die Landesrätin appelliert an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), auf europäischer Ebene Druck für ein menschlicheres und faireres System zu machen. In Österreich selbst seien schnellere Verfahren und eine bessere Personalausstattung nötig.

Sie sei stolz auf den „guten Weg, den wir bei der Versorgung in Oberösterreich gehen“, so Jahn zur Unterbringung in überschaubaren Einheiten und brachte dafür ein Beispiel: Ende November haben in Großraming (Bezirk Steyr-Land) die ersten Asylwerber Quartier bezogen, heute sind es 50 Personen, berichtete Bürgermeister Leopold Bürscher (ÖVP). Zu Beginn habe es „Bedenken, Ängste, Aufregung“ gegeben, schließlich meldeten sich 55 ehrenamtliche Betreuer, eine „Plattform für ein gelingendes Zusammenleben“ wurde initiiert. Die Kinder seien in den Schulen integriert, die Erwachsenen würden gemeinnützige Arbeiten verrichten, man spiele gemeinsam Fußball, unternehme Wanderungen und turne, berichtete Bürscher von verschiedensten Maßnahmen. „Das ist einfach lässig.“


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