Per Videodolmetsch die Sprach-Barriere überwinden

Sprachliche Hürden soll es künftig am Innsbrucker Magistrat keine mehr geben. Ab sofort kommt die Übersetzung per Internet ins Amt.

Innsbruck – Binnen zweier Minuten steht die Videokonferenz nach Wien. Und am anderen Ende der Leitung wartet ein Pool aus rund 500 DolmetscherInnen. Arabisch, Polnisch oder Türkisch – 14 verschiedene Sprachen können hier abgerufen werden. Je nachdem, wie sehr der Magistratsmitarbeiter diese Hilfe benötigt. Dann nämlich, wenn Antragsteller nicht des Deutschen oder Englischen mächtig sind.

Gerade im Sozialamt, Standesamt, im Wohnungsservice und im Gesundheitsamt ist zur Erledigung vielfältiger Anfragen und Anträge eine klare Verständigung zwischen Bürger und Behörde eine unumgängliche Voraussetzung. Klappte diese bisher nicht, so musste der Kunde sich einen Dolmetsch besorgen – auf eigene Rechnung. Diese Zeiten sollen nun mit dem Projekt „Videodolmetsch“ der Vergangenheit angehören, wie Integrations-Stadtrat Gerhard Fritz (Grüne) und Magistratsdirektor Bernhard Holas gestern in einer Pressekonferenz bekannt gaben.

Holas und Fritz sehen das Projekt als Gewinn für beide Seiten. Die Mitarbeiter im Rathaus würden durch eine rasche und unkomplizierte Sprach-Hilfe in ihrer Tätigkeit entlastet. Die Kunden des Rathauses kämen rascher zu einer zielführenden Erledigung ihrer Anträge und Anfragen. Und solche gebe es genug, wie Holas versichert. Allein das Standesamt verzeichne pro Jahr zwischen 60.000 und 80.000 Bürgerkontakte. Im Sozialamt würden im Jahr an die 1400 Personen vorsprechen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Letztere gelte zwar als offizielle Amtssprache in Österreich, jedoch, so Holas, müsse auch der Magistrat mit der Zeit gehen. Es sei Fakt, dass in der Landeshauptstadt in etwa 28 Prozent der Bevölkerung Migrationshintergrund besäßen. Eine Vielfalt, die auch die Behörde vor Herausforderungen stelle. Wie eben eine adäquate Verständigung. Der Videodolmetsch könne helfen, „das Eis zu brechen“.

Die Stadt sieht damit die bereits vor zwei Jahren gestartete Initiative „Innsbruck spricht auf Augenhöhe“ konsequent fortgesetzt. Für die Testphase betragen die Dolmetsch-Kosten 7500 Euro. (mami)


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