Verletzte bei Lawinenabgängen in Ost - und Nordtirol

Bei der Abfahrt von der Granatspitze in Matrei in Osttirol löste sich am Samstag eine Lawine. Ein Heeresbergführer konnte von einer englischen Bergführerin aber befreit werden und andere Gruppenmitglieder alarmierten die Rettungskräfte. Insgesamt standen drei Hubschrauber im Einsatz. Auch im Kühtai und am Arlberg gab es Lawineneinsätze.

Bergrettung und Polizei standen nach dem Lawinenabgang in der Granatspitzgruppe im Einsatz.
© Brunner Images

Matrei i. O., Kühtai – Nach einem Lawinenabgang in der Granatspitzgruppe in Osttirol ist am Samstag eine verschüttete Person lebend aus dem Schnee geborgen worden. Die Rettungskräfte waren gegen 13.20 Uhr alarmiert worden. Zuvor war eine fünfköpfige Gruppe aus Großbritannien mit einem Bergführer von der Rudolfshütte aus zur Granatscharte auf rund 2500 Metern Höhe unterwegs. Bei der Abfahrt fuhr der Bergführer aus Kärnten zunächst über einen steilen Hang alleine ab und ordnete der Gruppe an oben zu warten, berichtet der zuständige Kommandant Franz Riepler im Gespräch mit TT Online.

Bei besagter Abfahrt löste sich dann eine Lawine und der 34-Jährige wurde knapp 400 Meter weit mitgerissen und zur Gänze verschüttet. „Er schaute nur noch ganz wenig vom Rucksack heraus“, sagt Riepler. Unter der Urlaubergruppe befand sich auch eine 40-jährige Bergführerin, die sofort zum Verschütteten abfuhr und mit der Suche begann. „Sie hat ihn dann ausgeschaufelt und in der Zwischenzeit hat ein anderer den Notruf abgesetzt“, beschreibt Riepler den Einsatzbeginn.

Der mittlerweile ausgegrabene Bergführer wurde dann mit dem nachalarmierten Rettungshubschrauber C7 ins Bezirkskrankenhaus nach Lienz geflogen. Nach Angaben des Matreier Polizisten habe er eine Unterschenkelfraktur erlitten. Die übrigen fünf Alpinisten konnten vom Martin 4 und der Libelle Tirol nach Matrei geflogen werden.

Lawinen in Kühtai und am Arlberg losgetreten

Ebenfalls zu einem Lawinenabgang kam es im Kühtai. Gegen 11.30 Uhr löste ein 20-jähriger Schneeschuhwanderer unterhalb des Gipfels am Hinteren Grieskogel in Kühtai auf einem bis zu 45 Grad steilen Hang ein Schneebrett aus. Der junge Mann war mit einem 22-jährigen Kollegen unterwegs. Beide wurden von den Schneemassen zehn bzw. dreißig Meter mitgerissen. Bei dem 22-Jährigen löste der Lawinenairbag aus. Beide Männer blieben unverletzt.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

In St. Anton am Arlberg war ein 34-jähriger Brite mit Skiern unterhalb der Kapall-Bergstation auf einer gesperrten Route unterwegs. Er verließ gegen 10.30 Uhr diese Route und fuhr in unwegsames Gelände ein. Im steilen Gelände verlor er schlussendlich das Gleichgewicht und stürzte aus knapp sechs Metern Höhe auf einen darunterliegenden Hang. Dabei trat er ein Schneebrett los und er wurde mitgerissen. Ein 60-jähriger britischer Staatsangehöriger, der gerade diesen Hang befuhr, wurde ebenfalls von der Lawine erfasst und mitgerissen. Beide wurden aber nicht verschüttet. Der 60-Jährige blieb glücklicherweise unverletzt. Der 34-jährige Brite wurde mit schweren Verletzungen mit dem Notarzthubschrauber in das Krankenhaus Zams geflogen. (saku, tt.com)


Schlagworte