Stephanie von Monaco - Von der Pop-Prinzessin zur Charity-Lady

Statt um angeblich unstandesgemäße Liebesaffären kümmert sie sich jetzt um ihre Kinder und Wohltätigkeit: Mit 50 ist Ruhe in das Leben von Stephanie von Monaco, der früheren Popsängerin, eingekehrt.

Stephanie von Monaco mit ihrem Sohn Louis.
© EPA/SEBASTIEN NOGIER

Von Sabine Glaubitz

Monaco – Sie war Model, Popstar, Designerin und mit Palast-Angestellten und Zirkus-Künstlern liiert oder verheiratet: Jahrzehntelang beschäftigte Stephanie von Monaco die Klatschpresse. Heute ist die Prinzessin Präsidentin des Zirkusfestivals von Monte-Carlo und Schirmherrin der Aids-Hilfe-Vereinigung Fight Aids Monaco. Jeder durchschreite Phasen, sagt die Prinzessin, die heute 50 wird, der dpa.Ohne diese Erfahrungen wäre sie nicht die, die sie heute sei.

Stephanie wohnt nicht auf dem Felsen, auf dem sich der Palast der Grimaldis, die Residenz der monegassischen Fürsten, über dem Mittelmeer erhebt. Bereits vor Jahren ist sie in das Stadtviertel Fontvieille gezogen, in eines der mehrstöckigen, neoklassizistischen Gebäude. Als sie mit Franco Knie liiert war, dem Chef des berühmten Schweizer Zirkus‘, lebte sie im schweizerischen Rapperswil zeitweise in einem Wohnwagen.

Sie hat schon immer ihr eigenes Leben gelebt - radikal und ohne Rücksicht auf die Etikette. Sieentwarf Bademoden, eröffnete eine Boutique in Monaco - und sang Pop-Songs. Mit Erfolg. Ihre erste Platte Mitte der 80er Jahre mit dem Titel „Ouragan“ (englisch: „Irresistible“) schaffte es diversen Ländern in die Hitparaden. Auch ihre Single-Auskopplung „One Love To Give“ stürmte die Charts. Doch als neuer Stern am Musikhimmel strahlte die Pop-Prinzessin nur kurze Zeit. Ein zweites Album „Stephanie“ erwies sich 1991 als Flop.

Beziehungen mit Leibwächtern oder Zirkuskünstlern

Standesgrenzen überschritt Stephanie auch mit ihren Beziehungen. Statt andere Adlige und reiche Männer zu lieben, schenkte sie ihr Herz Leibwächtern oder Zirkuskünstlern. Von Daniel Ducruet, den sie 1995 nach der Geburt ihrer beiden Kinder Louis (22) und Pauline (20) heiratete, ließ sie sich nur ein Jahr später scheiden. Sie verzieh ihm seinen Flirt mit einer belgischen Stripperin nicht.

Aus der Beziehung zu dem Bodyguard Jean-Raymond Gottlieb ging ihre zweite Tochter, Camille (16), hervor. Doch auch das Verhältniszu Gottlieb ging in die Brüche. Die heimliche Hochzeit im September 2003 mit dem fast zehn Jahre jüngeren Zirkuskünstler Adans Lopez Peres war erneut gefundenes Fressen für die Boulevardpresse - ebenso die Scheidung 14 Monate später.

Die Monegassen hatten zu Stephanie schon immer ein besonderes Verhältnis - trotz der Eskapaden. Vielleicht gerade, weil sie keine typische Prinzessin ist. „Sie geht in unserem Viertel einkaufen, trägt Jeans und Turnschuhe. Sie ist eine ganz normale Frau“, sagt eine Bewohnerin des Neubauviertels Fontvieille. Mitgefühl war Stephanie auch sicher, weil sie 1982 bei dem Autounfall dabei war, bei dem ihre Mutter Gracia Patricia (alias Grace Kelly) ums Leben kam. Stephanie war damals 17 und überlebte mit schweren Verletzungen der Halswirbelsäule.

Ruhe eingekehrt

Heute scheint Ruhe in ihr Leben eingekehrt zu sein. Stephanie teilt ihre Zeit zwischen den Kindern und ihren Verpflichtungen als Präsidenten des Zirkusfestivals von Monte-Carlo und Schirmherrin der Aids-Hilfe-Vereinigung Fight Aids Monaco auf. Wobei der Prinzessin ihre drei Kinder über alles gehen. Sie habe keine negativen Gefühle für deren Väter und bedaure nichts, betont die Prinzessin. Denn diese Männer haben ihr mit den Kindern dasschönstealler Geschenke gemacht, wie sie in einem Interview der französischen „Gala“ sagte.

An Stephanies Seite wurde schon lange kein Mann mehr gesehen. Zumindest nicht offiziell. Meistens sieht man sie mit ihren beiden Töchtern, vor allem mit Pauline, der sie ihre Leidenschaft für den Zirkus vererbt hat. Seit Jahren schon sitzt sie beim Internationalen Zirkusfestival von Monte-Carlo neben ihrer Mutter in der Loge. Die junge Frau studiert seit einigen Monaten in Paris Mode-Design - so wie Stephanie, die ihre Ausbildung jedoch vorzeitig abbrach, um als Assistentin zu Dior zu gehen.

Die Prinzessin wirkt bei ihren Auftritten zufrieden und glücklich. „Glück ist etwas sehr Persönliches, etwas, das nur einen Moment, wenige Sekunden dauert“, erklärt sie der dpa. Sie empfinde ein Gefühl der Zufriedenheit, wenn sie andere glücklich machen könne. So spricht wohl eine Prinzessin, die sich und ihre Rolle gefunden hat.


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