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Weltweites Entsetzen: IS verbrannte mutmaßlich jordanischen Piloten

Amman/Washington (APA/dpa/AFP) - Die IS-Terrormiliz hat mit einem Video der mutmaßlichen Verbrennung eines jordanischen Piloten weltweites E...

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Amman/Washington (APA/dpa/AFP) - Die IS-Terrormiliz hat mit einem Video der mutmaßlichen Verbrennung eines jordanischen Piloten weltweites Entsetzen und Empörung ausgelöst. In dem am Dienstag veröffentlichten Film wird der von den Jihadisten gefangene jordanische Kampfpilot Mouath al-Kasaesbeh in einem Eisenkäfig gezeigt.

Seine orangefarbene Kleidung scheint mit einer Flüssigkeit getränkt. Dann legt ein maskierter Mann Feuer an eine Art Lunte. Als die Flammen den Käfig erreichen, brennt der Mann binnen Sekunden lichterloh, schlägt um sich und bricht dann zusammen. Jordaniens König Abdullah II. beschwor angesichts des grausigen Todes die Einheit der Nation.

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„Mit Wut und Trauer haben wir die Nachricht vernommen, dass der Pilot und Held Mouath al-Kasaesbeh von der Terrororganisation IS getötet wurde - von der feigen, fehlgeleiteten Verbrecherbande, die nichts mit unserer Religion zu tun hat“, sagte er während eines Besuchs in Washington im Fernsehen. In solch schwierigen Zeiten sei es die Pflicht der Söhne und Töchter der Nation, zusammenzuhalten. Dies werde letztlich zu größerer Stärke führen.

Abdullah II. traf sich am Abend mit US-Präsident Barack Obama. Zuvor hatte Obama die grausame Hinrichtung al-Kasaesbehs in einer Erklärung als „weiteres Anzeichen für die Bösartigkeit (und) Barbarei“ der IS-Miliz verurteilt. Die Tat werde die internationale Koalition dazu bringen, ihre „Wachsamkeit und Entschlossenheit zu verdoppeln“, um die Jihadisten endgültig zu besiegen.

Das US-Außenministerium teilte mit, die Echtheit des Videos werde geprüft. Bis zuletzt hatte die jordanische Regierung nach einer Lösung gesucht - und sogar erwogen, einem Gefangenenaustausch zuzustimmen. Doch offensichtlich waren die Verhandlungen eine Farce: Dem jordanischen Staatsfernsehen zufolge soll der Pilot bereits vor einem Monat umgebracht worden sein.

Al-Kasaesbeh war am 24. Dezember über dem nordsyrischen Raqqa abgestürzt und von den IS-Jihadisten gefangen genommen worden. Der 26 Jahre alte Oberleutnant war der erste Soldat der von den USA angeführten Anti-IS-Allianz, der in die Hände der Extremisten gefallen war.

Das jordanische Militär schwor den Jihadisten Rache. „Das Blut des Märtyrers wird nicht umsonst geflossen sein“, sagte ein Armeesprecher in einer Ansprache im jordanischen Fernsehen. „Unsere Rache wird das Ausmaß des Schmerzes haben, der allen Jordaniern zugefügt wurde.“

Jetzt sollen in Jordanien die bereits zum Tode verurteilte Jhadistin Sajida al-Rishawi und weitere radikale Islamisten hingerichtet werden, wie jordanische Medien berichteten. Offiziell bestätigt wurde dies zunächst nicht.

Weltweit verurteilten Politiker das IS-Video und bekundeten Mitgefühl mit den Angehörigen des Piloten. Japans Regierungschef Shinzo Abe erklärte, die Tat sei „unverzeihlich und schockierend.“ Das Schicksal von Mouath al-Kasaesbeh war eng mit dem zweier japanischer IS-Geiseln verknüpft, die ebenfalls vor Kurzem von der Jihadistenmiliz getötet worden waren.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb in einem Kondolenz-Telegramm an König Abdullah II.: „Mit großem Entsetzen habe ich die furchtbare Nachricht von der Ermordung des jordanischen Piloten (...) vernommen. Es ist unfassbar, dass Menschen zu einer solch grausamen Tat fähig sind“.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) erklärte via Twitter, dass ihm die „barbarische“ Tat der IS-Terroristen die Sprache verschlage. Kurz sprach der Familie des getöteten Piloten sein Beileid aus.

Auch die Vereinten Nationen verurteilten die Hinrichtung von al-Kasaesbeh. Die Verbrennung des Piloten bei lebendigem Leib sei eine „fürchterliche Tat“, erklärte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon am UNO-Sitz in New York. Die IS-Miliz sei „eine Terrororganisation ohne Respekt vor menschlichem Leben“.

Der UNO-Sicherheitsrat sprach von einer „entsetzlichen und feigen Tat“: „Dieses Verbrechen zeigt erneut die Brutalität des IS, der für Tausende Verbrechen und Misshandlungen gegen Menschen aller Glaubensrichtungen, Ethnien und Nationalitäten verantwortlich ist, ohne Rücksicht auf die Mindeststandards der Menschlichkeit.“

(Alternative Schreibweisen: Muath al-Kassaesbeh, Maas al-Kassasbeh, Muas al-Kasasba)


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