Entgeltliche Einschaltung

Polens Minister warnt vor Franken-Kredit-Konvertierung zu altem Kurs

Warschau (APA) - Polens Finanzminister Mateusz Szczurek hat sich am Donnerstag vom Vorschlag der Finanzaufsichtsbehörde KNF distanziert, Kre...

  • Artikel
  • Diskussion

Warschau (APA) - Polens Finanzminister Mateusz Szczurek hat sich am Donnerstag vom Vorschlag der Finanzaufsichtsbehörde KNF distanziert, Kreditnehmern mit Schweizer-Franken-Krediten unter die Arme zu greifen. Ein solcher Eingriff könnte ein Risiko für den polnischen Bankensektor darstellen, sagte der Minister laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Plan des Finanzmarkt-Regulators Andrzej Jakubiak sieht eine Unterstützung für Hypothekarkreditnehmer vor, die Darlehen in Schweizer Franken aufgenommen haben und nach der Aufwertung des Franken Mühe haben, ihre Kreditraten zu bezahlen. Dem Plan zufolge sollten die Kreditnehmer die Möglichkeit erhalten, ihre Kredite zu einem historischen (und für sie günstigen) Wechselkurs in Zloty zu konvertieren.

Entgeltliche Einschaltung

Jakubiak schätzt die Kosten dieses Plans auf 1,2 Mrd. Zloty (288,41 Mio. Euro) pro Jahr. Analysten zufolge wären das rund 20 Mrd. Zloty in den nächsten 15 bis 16 Jahren - so lange laufen viele der Kredite noch.

Das wäre riskant, weil die Banken diese Kosten nicht über die Jahre verteilen, sondern in einem Jahr verbuchen müssten, warnte Finanzminister Szczurek.

Der Finanzmarktregulator will den Plan aber noch nicht aufgeben und will morgen, Freitag, Beratungen mit den Banken beginnen. Die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) hatte im Herbst in Polen Franken-Kreditforderungen in Höhe von 2,9 Mrd. Euro.

Nachdem die Schweizer Nationalbank die Bindung des Frankens an den Euro aufgegeben hatte, gewann der Franken gegenüber dem Zloty ein Fünftel an Wert. Derzeit bekommt man für einen Franken etwa 3,95 Zloty.


Kommentieren

Entgeltliche Einschaltung