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Schweizer Gewerkschaftsbund fordert neuen Mindestkurs

Bern (APA/sda) - Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) kritisiert die Aufhebung des Euro-Mindestkurses heftig. Der Entscheid der Nation...

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Bern (APA/sda) - Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) kritisiert die Aufhebung des Euro-Mindestkurses heftig. Der Entscheid der Nationalbank drohe zur größten wirtschaftspolitischen Fehlleistung der letzten Jahrzehnte zu werden, warnten Gewerkschaftsvertreter an einer Pressekonferenz.

Der Schweizer Franken sei gegen 25 Prozent überbewertet, ganze Industrien und Wirtschaftszweige mit Zehntausenden von Arbeitsplätzen in Gefahr, schreibt der SGB in einer Mitteilung vom Freitag. Die Nationalbank und der Bundesrat seien nun gefordert, „ihren geld- und konjunkturpolitischen Auftrag wahrzunehmen“.

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Von der Nationalbank fordert der SGB, den Franken wieder „auf ein tragbares Niveau zu bringen, das die Löhne und die Arbeitsplätze schützt“. Das wirksamste Instrument sei ein expliziter Mindestkurs oder ein ausdrückliches Kursziel - bei Bedarf ergänzt durch Negativzinsen oder notfalls Einschränkungen des Frankenhandels.

Der Bundesrat seinerseits müsse klare Zeichen setzen, dass in der Schweiz Schweizer Löhne bezahlt würden und Eurolöhne illegal seien. „Eurolöhne für Grenzgänger und Grenzgängerinnen drücken auf die Löhne aller Beschäftigten und öffnen dem Lohndumping Tür und Tor“, wird Vania Alleva, Co-Präsidentin der Unia und SGB-Vizepräsidentin, in der Mitteilung zitiert.

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Die zahlreichen Ankündigungen von Firmen, die Löhne zu senken, seien Gift für die Volkswirtschaft. Da die Löhne nur gerade 20 Prozent der Gesamtkosten ausmachten, könne mit Lohnsenkungen in der Industrie kaum effektiv Kosten gespart werden. Zudem würde die Nachfrage gedrückt.

Die Unia sei zwar bereit, mit Firmen, die wegen des Währungsschocks in Schwierigkeiten steckten, nach Lösungen zu suchen, sagte Alleva. Sie verlange aber Gegenleistungen wie einen Kündigungsschutz, Standortgarantien und den Verzicht auf Auszahlungen von Dividenden. Zudem müssten die Firmen die Kosten- und Kundenstruktur vollständig offenlegen.


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