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Nach Brand im Koralmtunnel: Kommission untersucht

Deutschlandsberg (APA) - Nach dem Brand eines Stromaggregats an der Vortriebsmaschine auf der steirischen Seite des Koralmtunnels wird nach ...

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Deutschlandsberg (APA) - Nach dem Brand eines Stromaggregats an der Vortriebsmaschine auf der steirischen Seite des Koralmtunnels wird nach der Ursache des Feuers gesucht und der Zustand der Maschine geprüft. Allen am Donnerstag aus dem Tunnel geretteten 28 Arbeitern gehe es gut, sagte ÖBB-Sprecher Christoph Posch am Freitag zur APA.

Eine Kommission aus Vertretern der Baufirma, von Ministerien sowie Technikern soll die Brandstelle in der Nordröhre untersuchen. Noch ist nicht klar, wie hoch der Schaden ist und wie schnell die Arbeiten wieder aufgenommen werden können. In der Südröhre, in die am Donnerstagnachmittag ebenfalls etwas Rauch eingedrungen war, wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Man sei mit den Arbeiten generell in der Zeit: In der Nordröhre habe man etwas Vorsprung vor den Planungsvorgaben, in der Südröhre liege man gut, den Durchstoß zur Kärntner Seite im ersten Halbjahr 2016 zu schaffen, hieß es seitens der ÖBB.

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Das Feuer dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach von einem auf der 120 Meter langen Vortriebsmaschine angebrachten mit Diesel betriebenem Aggregat ausgegangen sein, sagte Posch. „Dadurch gab es natürlich eine große Rauchentwicklung“, erklärte der ÖBB-Sprecher, die auf der Maschine angebrachte Löschanlage habe aber funktioniert. Ausgebrochen ist der Brand während der sogenannten Vorrückphase. Dabei werden alle Versorgungsleitungen nachgezogen. In dieser 15 Minuten dauernden Phase wird die Vortriebsmaschine vom Aggregat angetrieben.

Die Evakuierung ist offenbar vorbildlich gelaufen: 21 Beschäftigte konnten sich relativ schnell mit einem Rettungszug in Sicherheit bringen. Sieben weitere flüchteten in einen Rettungscontainer. Dort wurden sie innerhalb kurzer Zeit von der Feuerwehr - die mit Wärmebildkameras und mit speziellen Atemschutzgeräten ausgerüstet war - mit einem Rettungsshuttle geborgen. Dieses ist laut Posch mit einem Überdrucksystem ausgestattet, das den Rauch abhält. „Genau diese Rettungsabläufe wurden erst im November geübt“, sagte der ÖBB-Sprecher, das dürfte auch zum reibungslosen Verlauf der Rettungsaktion beigetragen haben. Alle Tunnelarbeiter wurden noch am Donnerstag aus dem Spital Deutschlandsberg entlassen, sie waren vorsorglich untersucht worden. Es gehe ihnen gut, wurde mitgeteilt, und es würde jede erdenkliche Hilfe angeboten.

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In den beiden Röhren verlaufen Schmalspurbahnen, die für die Versorgung der Baustelle mit Material zuständig sind. Alle 500 Meter gibt es zwischen beiden Röhren sogenannte Querschläge, über einen solchen dürfte Rauch in die Südröhre gelangt sein.

Die 5,4 Mrd. Euro teure Koralmbahnstrecke wird zwischen Graz und Klagenfurt gebaut. Die Streckenlänge beträgt rund 130 Kilometer, davon führen 32,9 Kilometer durch den Koralmtunnel. Nach der für 2023 geplanten Gesamtinbetriebnahme soll die Fahrzeit zwischen der steirischen und der Kärntner Landeshauptstadt laut Webseite der ÖBB nur noch rund 45 Minuten statt knapp drei Stunden dauern.

~ WEB http://www.oebb.at/ ~ APA200 2015-02-06/11:11


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