Rekordumschlag am Hamburger Hafen - Wachstumstreiber China

Hamburg (APA/dpa/Reuters) - Der Hamburger Hafen hat im vergangenen Jahr so viele Güter umgeschlagen wie noch nie. Mit 145,7 Millionen Tonnen...

Hamburg (APA/dpa/Reuters) - Der Hamburger Hafen hat im vergangenen Jahr so viele Güter umgeschlagen wie noch nie. Mit 145,7 Millionen Tonnen wurde der bisherige Umschlagrekord aus dem Jahr 2008 übertroffen und ein Wachstum von 4,8 Prozent erreicht, teilte die Marketing-Gesellschaft des Hafens am Montag in der deutschen Hansestadt mit.

Der Containerumschlag legte um 5,1 Prozent auf 9,73 Millionen Standardcontainer (TEU) zu und blieb damit knapp unter seinen Rekordwerten von 2007 und 2008. Wesentlicher Treiber für das Wachstum war der Warenaustausch mit China, dem mit Abstand größten Handelspartner des Hamburger Hafens. Er erhöhte sich um 9,8 Prozent auf knapp drei Millionen TEU.

Besonders stark legte der Containerverkehr mit Polen zu, der um fast ein Viertel auf rund 400.000 Einheiten kletterte. Der Transport von und nach Indien wuchs um 15 Prozent auf gut 230.000 Stahlboxen. Dagegen stagnierte der Zubringerverkehr (Feeder) in die Ostseeregion. Der Containerumschlag mit Russland schrumpfte wegen der vom Westen verhängten Handelssanktionen um acht Prozent auf 662.000 Einheiten.

Wegen der immer größeren Containerschiffe, die Hamburg ansteuern, dringt die Hafenwirtschaft darauf, dass die Elbe möglichst bald erneut vertieft wird. Im Jänner hatte das erste Megaschiff mit Platz für mehr als 19.000 TEU der Reederei China Shipping in Hamburg festgemacht. Der Gigant kam halb beladen nach Hamburg. Bei voller Auslastung wäre die Elbe nicht tief genug gewesen.

Eine rasche Abfertigung solcher Riesen ist nach Meinung der Hafenwirtschaft nur bei einer weiteren Ausbaggerung der Elbe möglich. Die geplanten Baggerarbeiten ruhen seit mehr als zwei Jahren, weil Umweltverbände dagegen geklagt haben. Sie befürchten ökologische Schäden, wenn die Elbe weiter vertieft wird. Das deutsche Bundesverwaltungsgericht hatte Anfang Oktober eine Entscheidung vertagt und will erst abwarten, wie der Europäische Gerichtshof in einem anderen Fall urteilt. Danach wollen sich die Leipziger Richter dann erneut mit dem Fall befassen.