Prozess wegen „Zuführens zur Prostitution“ in Salzburg - Freispruch
Salzburg (APA) - Hat ein 39-jähriger Oberösterreicher eine 16-Jährige in Salzburg als Prostituierte arbeiten lassen und sich damit strafbar ...
Salzburg (APA) - Hat ein 39-jähriger Oberösterreicher eine 16-Jährige in Salzburg als Prostituierte arbeiten lassen und sich damit strafbar gemacht? Mit dieser Frage war am Montag Richter Roland Finster bei einem Prozess in Salzburg konfrontiert. Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld. Eine 44-jährige Prostituierte stritt zudem ab, ihm die Jugendliche vermittelt zu haben. Beide wurden freigesprochen.
Der Angeklagte vermittelt offenbar Damen an eine Escort-Agentur. Er wurde im Prozess von Rechtsanwalt Bernhard Kettl verteidigt. Die 16-Jährige habe ihm bei einem Treffen mit der 44-Jährigen im Vorjahr erklärt, sie sei 18 Jahre alt und habe ihm auch einen dementsprechenden Ausweis aus Rumänien gezeigt. „Doch sie wollte dann nicht mehr“, schilderte der 39-Jährige dem Richter. Nach vier Tagen habe er von einem Bekannten das wahre Alter des Mädchens erfahren.
Für die Dauer von drei Monaten habe er die 16-Jährige in einer leer stehenden Wohnung in der Stadt Salzburg wohnen lassen. Dafür habe sie ihm insgesamt 300 Euro zahlen müssen, erklärte der Beschuldigte, der Notstandshilfe bezieht. „Ich fuhr sie einige Male zum Putzen. Sollte sie etwas anderes gemacht haben, entzieht sich das meiner Kenntnis. Ich habe sie nicht zu Freiern gefahren“, bestritt der Angeklagte den Vorwurf von Staatsanwalt Robert Holzleitner, die 16-Jährige der Prostitution zugeführt zu haben. Anscheinend gehe das Mädchen seit ihrem zwölften Lebensjahr der Prostitution nach, sagte der 39-Jährige.
Da sich sowohl das mutmaßliche Opfer als auch Zeugen in Widersprüche verwickelten, wurden beide Angeklagte freigesprochen, der Oberösterreicher im Zweifel. Die Freisprüche sind bereits rechtskräftig.
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