Bundesheer

Entminungsdienst im „Auslandseinsatz“ in Slowenien

(Symbolfoto)
© Jan Hetfleisch

Die Experten des Bundesheeres sollen in der Hafenstadt Piran eine Fliegerbombe entschärfen.

Piran – Experten des Entminungsdienstes im Österreichischen Bundesheer werden in den kommenden Wochen in Slowenien „Nachbarschaftshilfe“ leisten. Sie sollen in Piran eine Fliegerbombe entschärfen, die im Hafen der im Südwesten des Landes gelegenen Adria-Stadt am Meeresboden liegt.

„Slowenien hat uns um Hilfe bei der Bergung und der Vernichtung dieses Kriegsrelikts ersucht. Das Bergen von Fliegerbomben aus dem Wasser ist eine besondere Herausforderung. Unsere Experten haben die nötige Ausbildung und die Erfahrung, um hier zu helfen“, erläuterte Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) am Sonntag in einer Aussendung.

Innerhalb einer Woche sollen vier Taucher des Entminungsdienstes die Fliegerbombe bergen und anschließend - je nach Art der Bombe und des Zünders - entweder sprengen oder entschärfen. Darüber hinaus stellt das Bundesheer die nötige Tauchausrüstung sowie Spreng- und Zündmittel zur Verfügung. Der konkrete Einsatz wird im Rahmen einer vorgestaffelten Erkundung geplant.

Der Einsatz soll am kommenden Dienstag im Ministerrat abgesegnet werden. Es handelt sich um einen Auslandseinsatz zur humanitären Hilfe. Bereits 1991 waren Experten des Entminungsdienstes in den Irak entsandt worden.

Taucheinsätze zählen für die 15 Mitarbeiter des Entminungsdienstes genauso zum Alltag wie Einsätze im alpinen Gelände. Die Tauchgruppe des Entminungsdienstes ist im Vorjahr zu 20 Einsätzen ausgerückt und barg rund acht Tonnen Kriegsrelikte aus Österreichs Gewässern. Rund drei Mal pro Tag wird der Entminungsdienst zu einem Fundort gerufen, um verdächtiges Kriegsmaterial zu beurteilen, abzutransportieren oder gegebenenfalls vor Ort zu sprengen. Im vergangenen Jahr war dies über 1.100 Mal der Fall. Seit Jahresbeginn hat der Entminungsdienst bereits mehr als 70 Einsätze bewältigt. (APA)