Wunderheiler mit „Röntgenblick“ praktizierte in Tarrenz

Ein 52-jähriger Niederösterreicher ist in Tarrenz als Wunderheiler aufgetreten. Er gab an, über einen Röntgenblick zu verfügen und durch Handauflegen heilen zu können.

Symbolfoto.
© Keystone

Von Thomas Hörmann

Tarrenz – Der „Mann mit dem Röntgenblick“ ist ins Visier der Imster Polizei geraten. Die Beamten ermitteln gegen den angeblich mit Heilkräften ausgestatteten Niederösterreicher wegen Kurpfuscherei. „Der Beschuldigte hat nach einem Vortrag am 21. Februar in Tarrenz ohne die erforderliche ärztliche Ausbildung mehrere Patienten behandelt“, beschreibt Engelbert Plangger von der Imster Polizei den Tatbestand: „Pro Behandlung kassierte er 130 Euro.“

Wie viele Personen sich vom Röntgenblick des TV-bekannten Niederösterreichers durchleuchten ließen, ist unklar. „Er hielt offenbar mehrere Vorträge im Oberland. Wir ersuchen jedenfalls Betroffene, sich bei der Polizei zu melden.“ Angeblich war’s ein Arzt, der den bekannten Heiler anzeigte.

Nach eigenen Angaben auf seiner Internetseite entdeckte der gelernte Koch seine ungewöhnlichen Fähigkeiten bereits als Jugendlicher. Nach einer Hypnose konnte er die „braunviolette“ Aura eines Freundes sehen.

Offenbar ist der Niederösterreicher mit einem besonders durchdringenden Blick ausgestattet. So durchdringend wie Röntgenstrahlen. Und diese Fähigkeit nützt der 52-Jährige, um gegen Bezahlung die Ursachen für die Krankheiten seiner Patienten aufzuspüren. Für seine Augen ist angeblich auch Metall kein Hindernis: So will der Heiler einst in einem defekten Motor durch bloßes Hinschauen eine gerissene Kurbelwelle erkannt haben.

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Über die Trefferquote sind die Meinungen der Patienten geteilt. Manche verehren den Heiler wie einen Guru. Die Methoden des 52-Jährigen sorgen aber auch für Kritik. Patienten bemängeln, dass der „Seher“ meist nur sehr allgemeine Diagnosen stellen soll. Besonders häufig „sieht“ er offenbar ungleich lange Beine. Für diese Diagnose braucht’s aber keinen Röntgenblick – kaum jemand hat gleich lange Gliedmaßen.

Internet-User berichten aber auch von übersehenen Ursachen wie Darmgeschwüren. Der Heiler war für eine Stellungnahme am Mittwoch nicht erreichbar.


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