Kirschessigfliege bedroht heimisches Obst: 2014 extreme Zunahme

Wien/Bregenz (APA) - Die Kirschessigfliege breitet sich in Österreich weiter aus. Das geht aus einem bundesweiten Kirschessigfliegen-Monitor...

Wien/Bregenz (APA) - Die Kirschessigfliege breitet sich in Österreich weiter aus. Das geht aus einem bundesweiten Kirschessigfliegen-Monitoring hervor, dass die AGES ab 2012 jährlich durchführte. 2014 wurde eine extreme Zunahme der Fangzahlen in den Fallen verzeichnet. Darüber hinaus entdeckte man die Fliegen im vergangenen Jahr auch an neuen Standorten, wie AGES-Sprecher Roland Achatz der APA sagte.

Angezogen von reifen Früchten ist die Kirschessigfliege eine Gefahr für heimisches Obst. Da die Weibchen die Früchte anritzen, um ihre Eier hinein zu legen, beginnen diese zu faulen - in manchen Fällen kommt es zu Vermadungen. Vorarlberg verzeichnete bei Ernten 2014 sogar Totalausfälle.

Besonders beliebt bei den Kirschessigfliegen waren im vergangenen Jahr Kirschen, Himbeeren, Brombeeren und Holunder. Während bei den Kirschen nur die späte Ernte betroffen war, verzeichneten die Obstbetriebe in Vorarlberg bei den Herbsthimbeeren und Brombeeren einen Totalausfall, berichtete Ulrich Höfert von der Landwirtschaftskammer Vorarlberg der APA. Auch beim Holunder musste ein Ernteausfall von 30 Prozent hingenommen werden.

„Auch wenn es nicht viel Anbau gibt, so ist das für den einzelnen Betrieb doch ein großes Problem“, betonte Höfert. Lösungsansätze gibt es einige. Eine Möglichkeit wäre, engmaschige Netze zu spannen. Außerdem könnten die Früchte geerntet werden, bevor sie vollreif sind. Dies würde allerdings mit einem Qualitätsverlust des Obstes einhergehen. Auch Pflanzenschutzmittel und Essigfallen sind potenzielle Lösungen, allerdings können alle Methoden alleine nur wenig ausrichten.

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In Vorarlberg hofft man derzeit darauf, dass sich die Fliegen heuer erst später vermehren. Schon zwei Wochen wären ausreichend, damit die letzte Kirschenernte nicht betroffen ist. Fallen will man aber laut Höfert dennoch aufstellen. Ab Mai wird es diese wieder an rund sechs Standorten geben.


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