Griechenland - Nothilfen für Banken im Februar sehr stark gestiegen

Athen/Frankfurt (APA/Reuters) - Die Nothilfen der griechischen Notenbank an die heimischen Geldhäuser sind im Februar kräftig nach oben gesc...

Athen/Frankfurt (APA/Reuters) - Die Nothilfen der griechischen Notenbank an die heimischen Geldhäuser sind im Februar kräftig nach oben geschnellt. Die sogenannten ELA-Liquiditätshilfen an griechische Banken haben sich binnen Monatsfrist auf 65,64 Mrd. Euro in etwa verzwölffacht, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten der Notenbank hervorgeht.

Für ihre Geldversorgung sind die Kreditinstitute inzwischen überwiegend auf solche ELA-Kredite angewiesen. Denn der Zugang zu frischem Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) ist ihnen mittlerweile weitgehend versperrt, da diese bonitätsschwache Hellas-Anleihen nicht mehr als Pfand akzeptiert.

Entsprechend schrumpfte im Februar die übliche Refinanzierung griechischer Banken durch die EZB deutlich. Die Geldversorgung der EZB gegen Sicherheiten ging im Februar binnen Monatsfrist um 53 Prozent auf 38,61 Mrd. Euro zurück. Sie sank nicht auf null, da die Institute immer noch ihre EFSF-Bonds aus dem Euro-Rettungsschirm als Sicherheiten bei der EZB einsetzen können. Insgesamt liehen sich Hellas-Banken von der EZB und ihrer Notenbank in Athen im Februar zusammengenommen 104,3 Mrd. Euro - das entspricht rund 57 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Griechische Banken brauchen in erheblichem Umfang Liquidität, da sie allein im Dezember und Jänner mit Guthaben-Abflüssen von 16,2 Mrd. Euro zurechtkommen mussten. Die Abflüsse dürften auch im Februar angehalten haben - neue offizielle Daten werden noch im März erwartet. Hintergrund ist die wiederaufgeflammte Furcht vor einer Staatspleite Griechenlands.

Daher sind die ELA-Kredite so wichtig für die Geldhäuser. Diese sind allerdings um einiges teurer als eine Teilnahme an normalen Refinanzierungsgeschäften der EZB. Das Risiko für die Gewährung solcher Hilfen und die eventuell daraus entstehenden Kosten trägt allein die Notenbank in Athen. Am Donnerstag erhöhte die EZB einem Banker zufolge den Rahmen für solche Notfallkredite um weitere 600 Mio. Euro auf inzwischen 69,4 Mrd. Euro. In der nächsten Woche soll die Situation neu überprüft werden.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA635 2015-03-12/18:08


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