Ski-WM 2013 in Schladming mischt steirischen Wahlkampf auf

Schladming/Graz (APA) - Eine Woche vor der Gemeinderatswahl hallt die 2013 in Schladming ausgetragene Ski-WM den steirischen Landeshauptleut...

Schladming/Graz (APA) - Eine Woche vor der Gemeinderatswahl hallt die 2013 in Schladming ausgetragene Ski-WM den steirischen Landeshauptleuten Franz Voves (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (ÖVP) in schiefen Tönen nach. Die Zeitschrift „News“ berichtete am Samstag von geschwärzten Verträgen und harten Verhandlungsgesprächen zwischen ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, den Politikern sowie dem „Hausherrn“ Planai-Bahnen.

Dem Bericht zufolge wurden dem Land Steiermark und der Stadt Schladming als Geldgebern keine vollständigen Verträge seitens des ÖSV vorgelegt. Dies war schon 2012 Thema von Medienberichten gewesen. Es sollen demnach öffentliche Gelder teilweise in Prozentzahlen statt fixer Summen als Beitrag zur Ski-WM abverlangt worden sein. Die Verhandlungen dürften hart gewesen sein, jedenfalls soll das aus einem Mitschnitt eines der Gespräche hörbar sein. Von Drohungen seitens Schröcksnadels, den Nachtslalom nicht mehr in Schladming auszutragen, war offenbar die Rede. Bis heute soll es keine Endabrechnung der WM geben.

Schützenhöfer meinte zum Vorwurf von geschwärzten Verträgen: „Veranstalter der Ski-WM war der ÖSV. Nur er hatte einen Vertrag mit der FIS. ... Weder das Land noch die Stadt Schladming haben diesen Vertrag unterfertigt.“ Er stehe nach wie vor zu den Förderungen, da sie nachhaltig der Infrastruktur und dem Tourismus zu Gute kommen, und verwies auf ein sattes Plus der Planai-Bahnen im vergangenen Geschäftsjahr.

Der Zeitpunkt der „Schutzkübelkampagne“ sei für den Vizelandeshauptmann „nicht weiter verwunderlich, da Bürgermeister Winter zehn Tage vor seiner Wiederwahl in der neuen Gemeinde Schladming“ stehe und er selbst erst vor wenigen Tagen seine neuerliche Kandidatur für die Landtagswahl bekannt gegeben hat. Den Inhalt tatsächlicher oder vermeintlicher persönlicher Gespräche kommentierte Schützenhöfer nicht, fügte aber hinzu: „Auch wenn Verhandlungen manchmal im Interesse der Steuerzahler hart geführt werden müssen, schätze ich Partner wie Peter Schröcksnadel wegen seiner großen Verdienste um die heimische Wirtschaft und den Sport.“

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LH Voves führte ebenfalls die „regionalpolitischen Impulse für den heimischen Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort sowie eine unbezahlbare Werbung für das Tourismusland Steiermark“ ins Treffen. „Dass im Vorfeld von regionalen Wahlgängen nun versucht wird, diese Erfolgsgeschichte schlecht zu machen, ist für uns nicht nachvollziehbar“, hieß es aus dem Büro von Voves auf APA-Anfrage. Weder Schröcksnadel noch Winter waren für eine Stellungnahme erreichbar. Ernst Trummer, der 2012 als Geschäftsführer der Planai-Bahnen abgesetzt worden war und bei den Verhandlungen dabei war, wollte kein Statement abgeben: „Ich habe damit abgeschlossen.“

Seitens der steirischen KPÖ und der Grünen wurde schon vor der Ski-WM mehrmals Kritik an der Unterstützung von der öffentlichen Hand durch Bund und Land laut, die trotz Spar-Kurs in anderen Bereichen bei rund 190 Mio. Euro lag. Für Kopfschütteln sorgte vor der WM auch der „Loop“ im Zielbereich, da er nach nur wenigen Monaten für Tribünen wieder abgerissen werden musste. Er wurde auf Kosten der Planai-Hochwurzen-Bahnen errichtet, die zum Großteil im Eigentum des Land Steiermark stehen.


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