CEBIT-Eröffnung

Von der Konsumenten- zur Fachmesse: Weltgrößte Computermesse neuausgerichtet

Die CEBIT 2015 rückt inhaltlich den rasanten digitalen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft in den Fokus.
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Schwerpunkte zum Start der weltgrößten Computermesse am Montag sind die Datensicherheit und das Partnerland China.

Hannover – Die weltgrößte Computermesse CeBIT ist am Montag in Hannover in den ersten Publikumstag gestartet. Statt der deutschen Kanzlerin Angela Merkel macht diesmal Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) den traditionellen Eröffnungsrundgang. Merkel (CDU) empfängt in Berlin den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko.

Gabriel startete den Rundgang am Stand des diesjährigen Partnerlandes China. Merkel hatte bei der Eröffnung am Vorabend von China fairen Wettbewerb eingefordert.

Die CeBIT wurde 2015 als Fachveranstaltung für Profis neu ausgerichtet. Neben einer neuen Ausstellungsstruktur gibt es ein breites Konferenzprogramm. Zu den Sprechern zählen Unternehmenslenker, Ökonomen, Hacker, Politiker oder Chefredakteure sowie ein Oscar-Preisträger. Unter den Teilnehmern sind rund 350 junge innovative Unternehmen, die um Investoren werben.

Wandel durch Digitalisierung steht im Mittelpunkt

Leitmotiv der CeBIT 2015 ist der Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft durch die fortschreitende Digitalisierung. Dafür soll auch das Kunstwort „d!conomy“ als Messe-Motto stehen.

„In der Wirtschaft wird kein Stein auf dem anderen bleiben“, warnte der Präsident des Branchenverbands Bitkom, Dieter Kempf, bei der Eröffnungsfeier. Vor allem die Vernetzung aller Maschinen und Geräte und das neue Geschäft mit den dabei erhobenen Daten werden nach Einschätzung von Experten ganze Branchen umpflügen.

Pünktlich zur CeBIT zeigen zwei Studien, wie groß die Gefahr einer verschleppten Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft wäre. So ließ der Industrieverband BDI die Unternehmensberatung Roland Berger berechnen, welche Einbußen drohten, sollte die Industrie die Verschiebung der Geschäftsmodelle in den IT-Bereich nicht konsequent genug vorantreiben. Demnach ergäben sich allein für Deutschland bis zum Jahr 2025 rund 220 Milliarden Euro Wertschöpfungsverluste, wie die „Welt am Sonntag“ aus der ihr vorliegenden Studie berichtete. Wertschöpfung umfasst den Mehrwert, den Produktion und Dienstleistungen bringen.

Budget- und Fachkräftemangel hemmt Digitalisierung in Deutschland

Zudem befragte der Beratungskonzern EY die Unternehmen direkt. Laut der repräsentativen Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, droht dem Wirtschaftsstandort Deutschland ein Dilemma: Obwohl der Druck zur Digitalisierung im internationalen Vergleich gerade für die deutsche Unternehmenslandschaft am größten ist, können sich die Betriebe in Deutschland dem Wandel nicht so stellen, wie sie gerne würden. Zentrale Hemmschwelle: Budget- und Fachkräftemangel.

Laut der EY-Studie wird zwar einiges angestoßen, doch die Digitalisierung genieße noch nicht den nötigen Vorrang - oder es fehle schlicht das Know-how, um die gewünschten Projekte auch umsetzen zu können. So ließen sich etwa die Schweiz, Schweden und Südkorea die Vorbereitung auf die digitale Revolution spürbar mehr kosten als es in Deutschland der Fall sei.

Die Deutsche Telekom stellte am Montag das erste Produkt aus ihrer Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Cloud-Anbieter Saleforce für den Autohandel vor. Die neue Plattform soll Händler, Werkstätten, Fahrzeuge und Kunden verbinden und damit eine individuell zugeschnittene Kundenbetreuung ermöglichen. Über sogenannte iBeacons, kleine Sendereinheiten mit Bluetooth-Funk, können damit einem Kunden am Schaufenster auch außerhalb der Geschäftszeiten alle Details über sein Wunschauto als Dokument oder Video auf das Smartphone gesendet werden. Mitarbeiter können zudem Schäden am Fahrzeug per Video mit dem Smartphone oder Tablet erfassen oder einen Auftrag direkt in das System übertragen.

3300 Unternehmen, 5000 Innovationen, 200.000 Besucher

Rund 3300 Unternehmen aus 70 Ländern - darunter Huawei, HP, Tesla, IBM, Intel oder Samsung - zeigen vom 16. bis 20. März rund 5000 Innovationen aus der digitalen Welt. China hat als Partnerland mit 600 Ausstellern einen großen Auftritt auf der Messe. Die Branchenschau hofft auf gut 200.000 Besucher. (APA/dpa)