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„Bin erstaunt“: Meteoriten-Video aus Inzing als Internet-Hit

Weltraumschrott oder ein kleiner Meteorit hinterließ am Sonntagabend einen hellen Feuerstreif über Tirol. Das Video von Simon Partl, der das glühende Objekt in Inzing filmte, ging unterdessen um die Welt.

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Unter dem Titel "Sternschnuppe, Meteorit 15.03.2015 Tirol" wurde von Simon Partl ein Video auf Youtube geladen, das den Lichtschweif zeigt.
© Youtube/Montage

Von Marco Witting

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Innsbruck, Inzing –War es eine verspätete Silvesterrakete? Nein. Ein Flugzeug? Nein. Es war sicher auch nicht Superman. Eher schon ein Meteorit. Oder einfach Weltraumschrott. In jedem Fall hat ein grünlicher, gleißend heller Feuerstreif am Nachthimmel aus nordwestlicher Richtung von Süddeutschland nach Tirol bis zur Schweiz die Menschen in helle Aufregung versetzt. Und die, die es gegen Sonntagabend um 20.45 Uhr nicht live gesehen haben, sahen sich gestern millionenfach die entsprechenden Videos im Internet an. Und kennen jetzt alle die Ortseinfahrt von Inzing.

Das kam so: Simon Partl fuhr Sonntagabend in Richtung Inzing, filmte den Feuerstreif rein zufällig. „Es hat ziemlich cool ausgeschaut. Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, sagte er gestern am Telefon. Daheim schaute er sich dann das Video an, lud es – ausnahmsweise – auf Youtube hoch. Als er am nächsten Morgen aufwachte, hatten schon Hunderttausende das kleine Filmchen gesehen. Ganz verstehen kann er den Hype und die zahllosen Medienanfragen nicht. „Ich bin erstaunt“, sagte der Tiroler, der von Medien aus aller Welt kontaktiert wurde. Bis gestern Abend hatten über 950.000 Menschen den kurzen Film angesehen.

Partls Video, das bisher eindeutig beste, und andere Aufnahmen sollen helfen, den Weg des Feuerstreifs nachzuvollziehen. Gernot Grümer, Obmann des Österreichischen Weltraumforums, sagt dazu aber: „Es braucht niemand in Nachbars Garten anfangen zu graben.“ Denn das Objekt würde wohl auf der Erde in einer Wiese nur ein paar Zentimeter tief einschlagen. Und könnte nur durch Zufall entdeckt werden. Grömer rechnet aber damit, dass im Internet sehr bald jemand auftauchen werde, der behaupte, er hätte das Objekt gefunden.

Selten, so der Experte, sei die nördliche Richtung und dass Menschen ein dumpfes Grollen gehört haben. Derartige Meldungen wurden in der Schweiz registriert. Dies sei aber wohl er nicht ein Einschlag, sondern eher der Überschallknall gewesen. Und: Man werde kaum gewiss sagen können, was da über Tirol und der Schweiz verglüht sei.

Grömer bezeichnet diese Entdeckung als „netten Zufall“ und erklärt, dass solche Erscheinungen am Himmel viel häufiger vorkommen, als man denkt. In diesem Fall sei die Nacht klar, der Himmel dunkel und noch viele Menschen unterwegs gewesen. Wenn etwas derartiges um vier Uhr Früh passiere, würde niemand davon Notiz nehmen. Alle paar Jahre hätte man aber durchaus das Glück, dieses Phänomen zu sehen. Was die Menschen so fasziniere, dass solche Videos millionenfach angeschaut werden? Grömer: „So etwas ist selten zu sehen und es zeigt irgendwie, dass wir auf der Erde nur ein Teil eines größeren Universums sind.“

Darüber, wie groß das Objekt war, spekulierten gestern ebenfalls die Experten Die Meinungen gingen von rund sieben Zentimetern bis zur Größe eines Fußballs oder Kühlschrankes relativ weit auseinander.


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