Jeder dritte russische Diplomat in Stockholm ist ein Spion - Bericht

Stockholm (APA/AFP) - Etwa jeder dritte russische Diplomat in Schwedens Hauptstadt Stockholm arbeitet nach Einschätzung des schwedischen Nac...

Stockholm (APA/AFP) - Etwa jeder dritte russische Diplomat in Schwedens Hauptstadt Stockholm arbeitet nach Einschätzung des schwedischen Nachrichtendiensts Säpo in Wirklichkeit als Spion. Die angeblichen Botschaftsmitarbeiter seien für den russischen Auslands- und Inlandsgeheimdienst sowie für den militärischen Geheimdienst im Einsatz, sagte der leitende Spionageabwehr-Analyst der Säpo, Wilhelm Unge, am Mittwoch.

„Ihre Zahl ist sehr konstant, so sieht es Jahr für Jahr aus,“ erklärte Unge bei der Vorstellung des Jahresberichts seiner Behörde. Die Spione seien heutzutage „gut ausgebildet und oft ein bisschen jünger als zu Zeiten der Sowjetunion“. Unge beschrieb die russischen Geheimdienstmitarbeiter als „motiviert und entschlossen“. Zudem seien sie um Vernetzung bemüht. Ziel der russischen Nachrichtendienste sei es, Informationen über moderne Technologien zu erwerben sowie „Militäroperationen gegen Schweden vorzubereiten“, erklärte Unge.

Im vergangenen Oktober hatte die groß angelegte Suche nach einem mutmaßlichen russischen Mini-U-Boot vor der Küste Stockholms Erinnerungen an den Kalten Krieg geweckt. Stockholm machte „eine ausländische Macht“ für das Eindringen in die schwedischen Gewässer verantwortlich, ohne jedoch Russland direkt zu beschuldigen. Moskau wies jegliche Verantwortung für den Zwischenfall zurück.

Währen des Kalten Kriegs wurden sowjetische U-Boote mehrfach verdächtigt, illegal die schwedischen Küstengewässer durchkreuzt zu haben. Daraus resultierten dutzende dramatische Verfolgungsjagden in den 80er-Jahren. Im Oktober 1981 sank ein sowjetisches U-Boot in einem militärischen Sperrgebiet vor der Küste von Karlskrona.

Schweden und andere Staaten in der Region sind außerdem beunruhigt über die Zunahme der Aktivitäten der russischen Luftwaffe. Es gab wiederholt Klagen über eine Verletzung ihres Luftraums.