Ein Foto als Würdigung: Prammer-Porträt im Parlament enthüllt

Im Parlament wurde das Porträt der im Vorjahr verstorbenen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) enthüllt: kein Gemälde, sondern ein Fotosiebdruck der Tiroler Künstlerin Eva Schlegel. Bundespräsident Heinz Fischer erinnerte sich dabei an seine Parteifreundin: „Barbara Prammer war vieles und auch ein liebenswerter Mensch.“ Vorgestellt wurde außerdem der Erinnerungsband „Danke, Barbara!“.

  • Artikel
  • Diskussion
Bundeskanzler Werner Faymann, Nationalratspräsidentin Doris Bures, Künstlerin Eva Schlegel, Bundespräsident Heinz Fischer und Fotograf Georg Wilke (v.l.) enthüllen das Porträt der im Vorjahr verstorbenen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.
© APA/HERBERT PFARRHOFER

Wien – Im Parlament ist am Mittwoch das Porträt der im Vorjahr verstorbenen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) enthüllt worden. Anders als bei ihren Vorgängern handelt es sich um kein Gemälde, sondern um einen Fotosiebdruck auf Bleiplatte, den die Tiroler Künstlerin Eva Schlegel auf Grundlage eines Fotos von Georg Wilke erstellt hat. Vorgestellt wurde auch der Erinnerungsband „Danke, Barbara!“.

Die Enthüllung nahmen Prammers Nachfolgerin Doris Bures (SPÖ) und Bundespräsident Heinz Fischer vor, auch Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) war mit dabei. Die Auswahl des Mediums Fotografie und von Schlegel als ausführender Künstlerin hatten Prammers Tochter Julia und Sohn Bertram gemeinsam mit dem Kunstkurator des Parlaments, Hans-Peter Wipplinger (Leiter der Kunsthalle Krems), getroffen.

Künstlerin Eva Schlegel mit Bundespräsident Heinz Fischer.
© APA/HERBERT PFARRHOFER

Prammer war im Vorjahr im Amt an Krebs gestorben, sie hatte daher nicht die Entscheidung über ihr Bild treffen können. Traditionell werden die Porträts, die im Empfangssalon des Parlaments ausgestellt sind, erst nach dem Ausscheiden aus dem Amt angefertigt. Bures nannte in ihrer Rede die Auswahlkriterien: Prammer - erste Frau in ihrer Funktion - habe das Medium Fotografie sehr zugesagt, sie hätte auf jeden Fall eine Frau ausgewählt, sie hätte sich eine Künstlerin mit Reputation gewünscht, und Prammer habe Schlegels Arbeit sehr geschätzt.

Auf dem Porträt - ursprünglich ein im März 2013 erstelltes Farbfoto - ist die verstorbene Präsidentin vor der Säulenreihe des Parlaments zu sehen. Schlegel hat die eigentlich schräge Aufnahme gerade gestellt und in Grautöne mit niedrigem Kontrast konvertiert, was das Bild „sehr duftig und sehr freigestellt“ erscheinen lasse, wie Schlegel ausführte.

Bures würdigte Prammer als verdienstvolle Präsidentin und hob ihren Einsatz für die Gleichberechtigung der Frauen hervor, Faymann sprach Prammer Dankbarkeit, Anerkennung und Respekt aus. Fischer lobte die Künstlerin, scherzte über die künstlerische Darstellung von Prammers Vorgänger Andreas Khol (ÖVP) und hob die lebendige Erinnerung an die Verstorbene hervor. „Barbara Prammer war vieles und auch ein liebenswerter Mensch. Daher hat sie es verdient, dass wir wirklich in dieser feierlichen Form Hochachtung zum Ausdruck bringen“, sagte er.

An Prammer erinnert auch der am Mittwoch präsentierte Band „Danke Barbara!“, der die Reden der Trauerfeiern sowie weitere Nachrufe (darunter Einträge aus den Kondolenzbüchern) enthält. Das Buch wurde von Prammers früheren Pressesprecher Gerhard Marschall, ihrer Mitarbeiterin Christina Hornek-Zeiss und dem Lektor und Verleger Reinhard Deutsch zusammengestellt. (APA)


Kommentieren


Schlagworte