Kunst Haus Wien: „Illuminance“ - Alltag und Natur in neuem Licht
Wien (APA) - Eine im Sonnenlicht gleißende Rose, schillernde Gletscher, ein Säugling an der Brust der Mutter und eingetrocknetes Tierblut au...
Wien (APA) - Eine im Sonnenlicht gleißende Rose, schillernde Gletscher, ein Säugling an der Brust der Mutter und eingetrocknetes Tierblut auf dem Asphalt - diese und weitere Fotowerke sind in der Ausstellung „Illuminance“ ab Freitag im Kunst Haus Wien zu sehen. Die japanische Künstlerin Rinko Kawauchi sprach bei der heutigen Presseführung über ihre Herangehensweise an Fotografie und ihre persönliche Ästhetik.
„Ich höre am liebsten die leisen Stimmen dieser Welt, die, die flüstern“, so die Fotografin über die Selektion ihrer Motive. „Dabei versuche ich einzufangen, was uns begegnet, aber nicht wahrgenommen wird. Auch ich nehme es nicht ganz wahr. Das ist es, was ich suche.“ Das Ergreifende und gleichzeitig Unscheinbare rückt Kawauchi in ihrem Werk immer wieder in den Mittelpunkt - dabei geht es nicht unbedingt um Perfektion, sondern um Tiefgang und Spürbarkeit.
In der Ausstellung im von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Museum zeugen zahlreiche Werke von ihrem Zugang zu Umwelt und Alltag: Es finden sich dort von Schaumkronen umkränzte Meeressoge, ein winziger Frosch, der auf einer geöffneten Menschenhand Platz genommen hat sowie das Bild eines einzelnen Lichtstrahls, der es schafft, die dichten Baumwipfel eines Blätterwaldes zu durchdringen. „Illuminance“ behandelt und beleuchtet Natur und Alltägliches in einem anderen Licht - enthüllt aber auch die Schattenseiten der einfachen Dinge.
Denn, so die Künstlerin, findet man im Schönen auch immer eine Spur von Angst. Etwa bilden in der ausgestellten Serie Nahaufnahmen von rohem Fischfleisch und Tieraugen den Kontrast zu einem neugeborenen Welpen mit blutiger Nabelschnur im Arm eines Mannes. So zeigt Kawauchis Arbeit genauso die Zyklen von Licht und Schatten, die sie im Vorjahr im Rahmen der Werkgruppe „Search for the Sun“ nach Wien und auf den oberösterreichischen Dachstein zogen.
Dort entstand auch ein Teil der im Kunst Haus Wien ausgestellten Arbeit. Auf die Frage, weswegen ausgerechnet Österreich als Zwischenstation ihres Schaffens gewählt wurde, sagte die Analogfotografin im APA-Gespräch: „Ich habe ein besonderes Interesse an Gletschern und bereits bei einer Ausstellung im Foto Kunst Stadtforum 2011 in Innsbruck gute Erfahrungen gemacht.“ Den Hang zur analogen Fotografie mit kaum einer Spur von künstlicher Belichtung begründete die Künstlerin damit, dass sie es so gelernt habe und auch der Prozess des Entwickelns ihr große Freude bereite.
Zeitgleich mit der bis Juli laufenden Schau Kawauchis werden die Fotoausstellungen „Nummer Negen, The Day I Didn‘t Turn With The World“ von Guido van der Werve im Projektraum „Garage“ und „Sentiment“ von Volker Renner und Katarina Soskic in der Galerie des Museums eröffnet.
(S E R V I C E - „Illuminance“ von Rinko Kawauchi im Kunst Haus Wien, 3., Untere Weißgerberstraße 13; Eröffnung: heute, Donnerstag, 19 Uhr, bis 5. Juli; täglich von 10-19 Uhr. www.kunsthauswien.com)
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