Vieles scheint in der Tiroler Liga bereits vor dem Start entschieden
Neben der Westliga öffnet am Wochenende auch die UPC Tirol Liga ihre Frühjahrspforten. Zwischen dem überlegenen Winterkönig aus Fügen und Kellerkind Zirl malen sich 14 weitere Teams Perspektiven aus.
Von Alex Gruber
T wie Titelkandidat: Bei acht Punkten Vorsprung nach einem bärenstarken Herbst, besten Rahmenbedingungen in der Heimat und einem hochqualifizierten Coach (Alois Schönherr) scheint das Titelsolo für den SV Fügen programmiert. „Wenn wir jetzt nicht mehr aufsteigen wollen, machen wir uns lächerlich“, weiß Schönherr, der aber auch festhält: „Wir spielen einfach mit Freude drauflos.“ Wie viele andere Teams in der Liga (Kematen, Völs …) quälte auch den Tabellenführer die Torhüterfrage. Nach der schweren Verletzung von Christian Hermel wurde Manfred Gschöser reaktiviert.
V wie Verfolger: Der Baustopp und die damit verbundene Übersiedlung in die Fennerkaserne nimmt der Reichenau noch mehr vom möglichen Heimvorteil. „Wir haben im Grunde schon damit spekuliert, dass der Platz fertig wird, und ich glaube, dann hätten wir die Aufholjagd auch geschafft. Jetzt machen es die Voraussetzungen brutal schwierig. Wir werden es probieren und einfach von Woche zu Woche schauen“, hält Reichenau-Coach Flo Schwarz, der auf Andi Stastny (berufliche Auszeit) verzichten muss, fest. Nachsatz: „Auch Jenbach hat das Potenzial zur Aufholjagd.“ Dieses Thema wischt Jenbach-Coach Roli Ortner gleich vom Tisch: „Der Aufstieg ist kein Thema. Wir haben fünf U17-Spieler heraufgezogen, die wir einbauen wollen“, nennt er die Prämisse: „Vielleicht ist der Titel nächste Saison ein Thema. Ein Zillertaler Klub gehört mit Fügen ohnehin hinauf.“
A wie Abstiegskampf: Wenn die Summe aller technisch beschlagenen Hochkaräter (Trailovic, Stojadinovic, Hobel …) in Summe auch eine kampf- und charakterstarke Mannschaft ergibt, ist Tabellenschlusslicht Zirl nach grauenvollem Herbst (nur ein Sieg) der Klassenerhalt noch zuzutrauen. Mit Sladi Pejic muss ein neuer Coach eine neue Mannschaft lenken. Davor fürchten mit den Haller Löwen und SC Kundl zwei ehemalige Regionalliga-Klubs um ihr Dasein. „Wir haben uns gut vorbereitet, der Zusammenhalt stimmt“, sagt Hall-Coach Reinhard Hofer: „Es wäre schon tragisch, wenn es Hall oder Kundl erwischt.“ Auch Teams wie Völs – Damir Djulic fällt wochenlang aus – sind noch gefährdet.
L wie Legende: Ob Tirols höchste Spielklasse zum Legendenstatus verhilft, sei dahingestellt. Wenn sich einer den Begriff verdient, dann Kundls Stefan Oberhuber. Seit 20. 12. 2014 zählt er zum Klub der 40er, reiht sich in Sphären eines Simon Dengg (spielte mit Mitte 40 für Fügen noch in der Tiroler Liga) ein. „Darüber habe ich nicht nachgedacht“, lacht Oberhuber. Sein Credo: „Man muss nicht schnell sein, kann auch viel mit dem Auge machen.“ Sein Ball hat Auge.
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