Ski: Nach Hirschers „irrer“ Super-G-Leistung ist große Kugel ganz nah

Meribel (APA) - Von vorzeitigen Gratulationen zur großen Kugel wollte Marcel Hirscher ebenso wenig hören, wie Kjetil Jansrud in Meribel bere...

Meribel (APA) - Von vorzeitigen Gratulationen zur großen Kugel wollte Marcel Hirscher ebenso wenig hören, wie Kjetil Jansrud in Meribel bereits ans Aufgeben denken. „Marcel hat heute eine beeindruckende Leistung gezeigt, aber es ist noch nicht erledigt. Es kann immer noch alles passieren“, sagte der im alpinen Ski-Gesamtweltcup zwei Rennen vor Schluss 34 Zähler zurückliegende Norweger.

Während Jansrud beim Weltcup-Finale als Sieger in der Abfahrt und Zweiter im Super-G davon sprach, „getan zu haben, was ich konnte“, überraschte sich Hirscher im Super-G als bester Österreicher mit Platz vier und nur 9/100 Sekunden Rückstand auf den kanadischen Sieger Dustin Cook selbst.

„Ich kann das nicht so einordnen, irre, eine Riesenüberraschung. In der Früh habe ich geglaubt, es wird so ein Kennenlernen von der Strecke, von den Schneebedingungen, vom Gelände, weil es doch eine sehr schnelle Kurssetzung war“, sagte der 26-Jährige, der locker in das Rennen gegangen war. „Ich war nicht nervös, für mich war klar, heute geht es um nicht so viel für mich. Es erwartet keiner was von mir, ich kann locker drauflosfahren“, erklärte Hirscher.

Er wählte einen Abfahrtsski („Schlau“) und zeigte einen „geilen Schlusshang“. Das und die niedrige Startnummer waren wohl auch der Schlüssel zum Erfolg. „Wir hatten Glück mit der Nummer, aber du musst das auch umsetzen. Und das hat er wirklich gezeigt heute. Er hätte auch gewinnen können. Es war eine sensationelle Leistung“, war auch ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher vom Auftritt des Supertechnikers im Speedbewerb angetan.

Bei der Besichtigung habe sich Hirscher „brutal locker“ gezeigt, die Frage, ob er den Abfahrtsski wählen soll, besprach er mit den Trainern. „Ich habe auch gesagt, fahr den Abfahrtsski. Die einzigen Bedenken waren der Schlusshang. Aber er bringt den Ski mit seiner Technik um die Kurven. Entscheidend war die Einfahrt, die hat er voll erwischt. Perfekt umgesetzt“, meinte Puelacher. Jansrud ließ aber auch nicht locker, er lag vor dem Schlusshang zurück, holte aber noch ein paar Hundertstel auf und war am Ende nur 4/100 vor Hirscher.

Was den Gesamtweltcup betrifft, meinte Hirscher, dass „sicher viel getan“ sei. Er hätte nicht geglaubt, dass er nach dem Super-G noch im Gesamtweltcup voranliegen werde. „Logisch habe ich mit Jansrud gerechnet. Es war mir klar, er wird aufs Podium fahren. Mehr als Platz 14 oder 15 habe ich mir niemals vornehmen können. Dann wäre er schon mit 30 oder 40 Punkten vorne gewesen.“

Dass der Gesamtweltcup nun praktisch entschieden sei, das wollte Puelacher nicht sagen, meinte aber lachend: „Jansrud muss im Slalom brutal schnell Ski fahren.“ Ernster ergänzte er: „Es schaut jetzt gut aus. Da hat sich Marcel jetzt in eine Position gebracht, die wirklich super ist.“

Der Riesentorlauf geht am Samstag in Szene, der Slalom folgt am Sonntag. „Wenn im Riesentorlauf etwas Außergewöhnliches passiert, dann fahre ich den Slalom“, kündigte Jansrud an.