Für IS in Syrien im Einsatz 3 - Bursch organisierte sich Rückkehr

Wien/Kobane (Ayn al-Arab/Kobani)/Raqqa (APA) - Nachdem er schwer verletzt worden und um ein Haar ums Leben gekommen war, dürfte der 16-Jähri...

Wien/Kobane (Ayn al-Arab/Kobani)/Raqqa (APA) - Nachdem er schwer verletzt worden und um ein Haar ums Leben gekommen war, dürfte der 16-Jährige nur mehr darauf Bedacht gewesen sein, zurück nach Österreich zu gelangen. „Ich wollte nur noch weg aus Raqqa“, offenbarte er dem Referat für Staatsschutz im Wiener LVT.

Ende September hatte sich der Bursch, der seinen bürgerlichen Namen abgelegt hatte und sich nun „Abu Muktail Al Almani“ nannte, für drei Wochen im Irak aufgehalten, wo er in Mossul und Tal Afar kämpfen sollte. Weil es ihm dort zu gefährlich war, bat er die lokalen Entscheidungsträger beim „Islamischen Staat“ (IS), wieder nach Syrien gehen zu dürfen, was ihm Ende Oktober genehmigt wurde.

„Ich habe nie aktiv an Kämpfen teilgenommen“, behauptet der 16-Jährige. Weil er an derart starken Schmerzen litt, habe er in der vergangenen Woche den Bürgermeister von Raqqa gebeten, ihn in der Türkei ärztlich behandeln zu lassen, berichtete der Bursch dem LVT: „Obwohl mein direkter Kommandant dagegen war, durfte ich mit einer Gruppe von IS-Angehörigen in die Türkei fahren.“

In Gaziantep angelangt, organisierte sich der Bursch seine Rückkehr nach Wien, nachdem er Mitte Februar wieder Kontakt mit seinem Vater aufgenommen hatte. Per Bus erreichte er zunächst Istanbul, wo ihm nach längerem Hin und Her ein Notpass ausgestellt wurde, nachdem er ein Flugticket nach Wien vorlegen konnte.

Die Frage, ob über den Burschen die U-Haft verhängt wird, hat innerhalb von 48 Stunden ab seiner Überstellung in die Justizanstalt Wien-Josefstadt zu erfolgen. „Ich hab‘ in meinem Beruf schon einiges erlebt. Aber das, was er zu Protokoll gegeben hat, macht mich teilweise sprachlos“, bemerkte sein Verteidiger Werner Tomanek zum Grundsätzlichen.

Der 16-Jährige hatte über sein Facebook-Profil die Ziele des IS beworben und tauchte auch auf einem Propaganda-Video des IS auf, wobei er in Kampfmontur bewaffnet auf den Dächern von Raqqa posierte. Ehemaligen Mitschülern und Ungläubigen drohte der junge Islamist mit dem „Abschlachten.“ Mittlerweile habe er „all dem abgeschworen. Er ist geläutert“, bemerkte sein Anwalt abschließend.