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Machtkampf zwischen Houthi-Miliz und Jemens Präsident erreicht Aden

Aden/Sanaa (APA/AFP) - Der Machtkampf zwischen der schiitischen Houthi-Miliz und Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi im Jemen hat auch die südl...

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Aden/Sanaa (APA/AFP) - Der Machtkampf zwischen der schiitischen Houthi-Miliz und Präsident Abd Rabbo Mansour Hadi im Jemen hat auch die südliche Küstenstadt Aden erreicht. Bei Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten um die Kontrolle des Flughafens wurden am Donnerstag mindestens sechs Menschen getötet. Auch Hadis Palast, wo er seit seiner Flucht aus Sanaa lebte, wurde von einem Kampfflugzeug beschossen.

Hadi sei inzwischen an einen „sicheren Ort“ gebracht worden, habe das Land aber nicht verlassen, sagte ein Vertrauter gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Laut Hadis Sicherheitskräften verfehlten die Schüsse beim ersten Überflug des Kampfflugzeugs den Palast und schlugen stattdessen auf einem nahegelegenen Hügel ein. Als der Jet dann ein zweites Mal über den Palast flog, setzten die Sicherheitskräfte ihre Luftabwehr ein.

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Im Morgengrauen hatten heftige Gefechte am Flughafen von Aden begonnen, daraufhin wurde der Flugverkehr eingestellt. In die Kämpfe verwickelt war eine Einheit der Spezialkräfte unter Kommando eines Rebellenoffiziers sowie die paramilitärische Truppe der Volkskomitees, die dem Präsidenten treu ist. Die Volkskomitees erhielten dabei Unterstützung durch Hunderte Armeesoldaten mit Panzern. Nach Angaben des Militärs konnten die Hadi-treuen Truppen den Flughafen zurückerobern.

Bei Kämpfen um ein Verwaltungsgebäude im Zentrum von Aden wurde den Angaben zufolge ein Mitglied der Rebellen-Spezialkräfte getötet und vier weitere verletzt. Die Volkskomitees nahmen unterdessen vor einem Gebäude der Zentralbank 15 Mitglieder der Spezialkräfte gefangen.

Unterdessen sind fast vier Wochen nach ihrer Entführung eine Französin und ihre einheimische Begleiterin freigelassen worden. Mehrere Bewaffnete hatten die zwei Frauen Ende Februar in der Hauptstadt Sanaa verschleppt. Die Entführer hätten die beiden wieder auf freien Fuß gesetzt, teilte der Bruder der entführten Jemenitin Schirin Makawi am Donnerstag mit. Hintergründe zu der Freilassung wurden nicht genannt.

Im Jemen herrschen seit Jahren politisches Chaos und Gewalt. Dies wurde von der schiitischen Houthi-Miliz ausgenutzt, die seit Sommer vergangenen Jahres auf die Hauptstadt Sanaa vorrückte und diese im September erreichte. Im Jänner übernahm die Miliz mit der Einnahme des Präsidentenpalastes die Kontrolle über die Hauptstadt, zwang Präsident Hadi zum Rücktritt und setzte ihn unter Hausarrest. Auch das Parlament wurde für aufgelöst erklärt.

Hadi gelang Ende Februar die Flucht nach Aden. Von dort aus zog der international anerkannte Präsident seine Rücktrittserklärung zurück und erklärte die im Süden des Landes gelegene Stadt zur neuen Hauptstadt.


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