Offen homosexuelle Polizisten in Venezuela unerwünscht

Caracas (APA/AFP) - Lippenstift und Ohrringe sind tabu: Der für die Polizeireform in Venezuela zuständige Beamte Freddy Bernal hat sich in e...

Caracas (APA/AFP) - Lippenstift und Ohrringe sind tabu: Der für die Polizeireform in Venezuela zuständige Beamte Freddy Bernal hat sich in einem Interview abschätzig über Homosexuelle und „Hippies“ geäußert. „Homosexuelle können als Polizisten arbeiten, solange sie ihre sexuelle Neigung nicht öffentlich zur Schau stellen“, sagte der frühere Bezirksbürgermeister der Hauptstadt Caracas.

Bernal war von Präsident Nicolas Maduro mit der Modernisierung der nationalen Polizei beauftragt wurde. „Oder können Sie sich einen Polizisten vorstellen, der ein rosafarbendes Hemd oder Lippenstift tragen will?“ fügte Bernal in dem Gespräch mit dem Privatsender Globovision hinzu.

Auch für Bewerber mit Tattoos oder Ohrringen ist nach Auffassung Bernals kein Platz in der Polizei. „Nicht, dass ich etwas gegen Ohrringe hätte, aber wie sollen wir aus einem Hippie einen Polizisten machen?“ Stattdessen seien junge Menschen mit einer „guten Arbeitsmoral“ gefragt. Tätowierte Interessenten sollten sich lieber beim Kulturministerium bewerben, sagte Bernal.

Laut der Verfassung des südamerikanischen Landes darf zwar niemand wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden, im Alltag treffen Homosexuelle in Venezuela aber immer noch auf Ablehnung. Anders als in den Nachbarstaaten sind auch keine Gesetze zur Stärkung der Rechte gleichgeschlechtlicher Paare in Sicht.