Sonnenfinsternis - Strombetreiber: Sind auf Maximalfall vorbereitet
Wien (APA) - Die Sonnenfinsternis stellt Europas Stromnetzbetreiber vor große Herausforderungen, fallen doch beträchtliche Mengen an Photovo...
Wien (APA) - Die Sonnenfinsternis stellt Europas Stromnetzbetreiber vor große Herausforderungen, fallen doch beträchtliche Mengen an Photovoltaik-Erzeugung aus, die anderweitig ausgeglichen werden müssen. Besonders in Deutschland gilt die partielle Sonnenfinsternis als Stresstest für die Netze. In Österreich sieht sich der Netzbetreiber APG gut gerüstet.
„Wir haben uns auf den Maximalfall vorbereitet“, so Fritz Wöber, Sprecher der Austrian Power Grid, am Freitag zur APA. Hierzulande wird der fehlende Sonnenstrom mittels Pumpspeicherkraftwerken ausgeglichen. „Das ist an sich Routine, dass die Pumpspeicherkraftwerke eingreifen, wenn es notwendig ist“, erklärte Wöber. Bisher sei das Netz stabil.
Der Maximalfall, das ist der größtmögliche Ausfall des Sonnenscheins im ganzen Land. In Österreich werden etwa 800 Megawatt Strom durch Solaranlagen erzeugt. In Spitzenzeiten sind das etwa acht Prozent des Stroms. Der maximale Leistungseinbruch kann laut APG-Berechnungen 120 Megawatt betragen. Das ist weniger als das Donaukraftwerk Freudenau, das eine installierte Leistung von 172 MW hat.
Die Herausforderung für die Stromnetzbetreiber: Der Abfall der Solarstromproduktion passiert sehr schnell. In Deutschland wurden die Erneuerbaren Energien - Wind und Sonne - in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut, daher ist das Ausgleichen von Schwankungen im Netz (Regelenergie) immer wichtiger geworden. Bei der letzten großen Sonnenfinsternis im Jahr 1999 gab es kaum Solaranlagen.
Am Freitag gehen im Nachbarland binnen einer Stunde 12.000 MW Leistung vom Netz - das ist ungefähr so viel wie der gesamte Stromverbrauch Österreichs - und nach 60 Minuten kommen 19.000 MW wieder zurück. „Weil eben dann die Sonne bereits höher steht und damit mehr Erzeugung gegen die Mittagszeit zu erwarten ist“, wie APG-Vorstand Gerhard Christiner im ORF-Radio erklärte. Die Deutschen gleichen den Entfall hauptsächlich mit Kohle- und Gaskraftwerken aus.
In ganz Kontinentaleuropa sind mittlerweile mehr als 80.000 MW an Photovoltaik-Leistung am Netz. Bei voller Erzeugung spricht das in etwa dem Spitzenverbrauch Deutschlands.
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