ver.di will bei Lufthansa nicht über Betriebspensionen verhandeln

Frankfurt (APA/dpa) - Der Pilotenstreik ist noch nicht beendet, da beginnen bei der deutschen AUA-Mutter Lufthansa schon die nächsten schwie...

Frankfurt (APA/dpa) - Der Pilotenstreik ist noch nicht beendet, da beginnen bei der deutschen AUA-Mutter Lufthansa schon die nächsten schwierigen Kollektivvertragsverhandlungen. Das Bodenpersonal will mehr Geld und nicht auf bisher garantierte feste Betriebspensionen mit hohen Zinssätzen verzichten.

Die deutsche Gewerkschaft ver.di will bei den anstehenden Tarifverhandlungen mit der Lufthansa nicht über die Betriebspensionen sprechen. Man gehe mit einer einfachen Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld in die am Montag (23. März) in Frankfurt beginnenden Verhandlungen, teilte die Gewerkschaft heute, Freitag, mit.

Hier geht es um die Tarife für rund 33.000 Lufthansa-Beschäftigte am Boden sowie bei den Tochtergesellschaften für Technik, Catering, Fracht und IT. Neben dem Konflikt mit den Piloten ist die Tarifrunde mit ver.di eine weitere Baustelle für die Lufthansa.

Die Lufthansa will die Betriebspensionen auf Festzuschüsse umstellen und hat wegen der stark steigenden Pensionslasten die Tarifverträge für sämtliche Beschäftigtengruppen in diesem Punkt zum Jahresende 2013 gekündigt. Bisher hat der Luftverkehrskonzern seinen Mitarbeitern feste Betriebspensionen mit hohen Zinssätzen garantiert. Die alten Tarifverträge wirken in diesem Punkt nach, so dass die Beschäftigten bis zu einer Neuregelung noch die hergebrachten Pensionsbausteine erhalten.

Die Beschäftigten hätten bei den Gehältern einen erheblichen Nachholbedarf, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Christine Behle. „Die Beschäftigen am Boden haben mit der Einführung neuer Vergütungssysteme bereits 2005 für wettbewerbsfähige Einkommen ihren Beitrag geleistet. Mit der Bewältigung der Umstrukturierung der letzten Jahre und der damit einhergehenden Arbeitsverdichtung haben sie ein weiteres getan. Sie haben eine gerechte Entgelterhöhung verdient“, sagte die Gewerkschafterin laut Mitteilung.

Ein Lufthansa-Sprecher bezeichnete die Gehaltsforderung als „deutlich überzogen“ angesichts der angespannten Wettbewerbssituation. Das Unternehmen bekräftigte seinen Wunsch, in der Runde auch über die betriebliche Altersversorgung zu reden. Nur bei „marktgerechten Tarifstrukturen“ könnten Arbeitsplätze gesichert und neue Verteilungsspielräume erschlossen werden, erklärte ein Sprecher.

~ ISIN DE0008232125 WEB http://www.lufthansa.com/ ~ APA224 2015-03-20/11:59