Anschlag in Tunis - Alle Opfer identifiziert
Tunis (APA/AFP) - Drei Tage nach dem Anschlag auf das Bardo-Nationalmuseum in Tunis ist die Identität aller 21 Todesopfer festgestellt. Bei ...
Tunis (APA/AFP) - Drei Tage nach dem Anschlag auf das Bardo-Nationalmuseum in Tunis ist die Identität aller 21 Todesopfer festgestellt. Bei dem letzten bisher noch nicht identifizierten Opfer handle es sich um eine Russin, die seit Jahren in Italien gelebt habe, sagte ein Vertreter des tunesischen Gesundheitsministeriums am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.
Bei dem Attentat, zu dem sich die Jihadistengruppe „Islamischer Staat“ (IS) bekannte, wurden am Mittwoch unter anderem Touristen aus Italien, Japan, Frankreich, Spanien und Polen getötet. Die bewaffneten Angreifer, zwei junge Tunesier, wurden von der Polizei erschossen.
Eine Sprecherin der tunesischen Staatsanwaltschaft sprach am Samstag von „Fortschritten“ bei den Ermittlungen. Details könnten aber aus Gründen der Geheimhaltung nicht bekannt gegeben werden. Nach Angaben von Innenminister Mohamed Ali Aroui gab es bisher mehr als zehn Festnahmen von Verdächtigen, die „direkt oder indirekt in den Anschlag verwickelt waren“. Berichten zufolge sind unter den Festgenommenen auch mehrere Familienangehörige eines der Attentäter, Jabeur Khachnaoui.
Ein Bruder des zweiten Attentäters Yassine Laabidi zeigte sich im Interview mit der AFP schockiert über die Tat seines Bruders. „Er liebte das Leben, zog sich gerne gut an und war gerne mit Freunden und seiner Familie zusammen“, sagte der Mann, der seinen Namen nicht öffentlich machen will. Nach Erkenntnissen der Behörden geriet der aus einer gutbürgerlichen Familie stammende 27-Jährige unter den Einfluss von Islamisten, wurde gemeinsam mit Khachnaoui in einem Terrorcamp in Libyen ausgebildet. Yassine sei „von den Schweinen einer Gehirnwäsche unterzogen worden, die junge Männer im Namen der Religion in den Tod schicken“, sagte sein Bruder.
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