Physiotherm sucht neue Verkaufswege

Physiotherm kooperiert nach zwiespältigem Jahr mit Wasserfirma BWT. Das Kostensparprogramm wird fortgesetzt, das Neher-Werk schließt.

  • Artikel
  • Diskussion
In 25 Physiotherm-Centern findet neben Infrarotkabinen und Infrarot-Duschkabinen künftig auch der Wasseraufbereiter BWT Platz.
© Physiotherm

Von Max Strozzi

Thaur –Der Infrarotkabinen- und Infrarotduschenhersteller Physiotherm mit Sitz in Thaur wird künftig mit dem deutschen Wasseraufbereiter BWT (2800 Mitarbeiter) kooperieren. Konkret sollen zunächst 24 der 62 Physiotherm-Center in Österreich und Deutschland gemeinsam betrieben werden, wobei dort Beratungsstandorte für BWT-Perlwasseranlagen eingerichtet werden. Solche Anlagen (eingebaut in der Hauptwasserleitung) dienen laut BWT dazu, das Wasser zu filtern und zu entkalken.

Die Kooperation gaben gestern Physiotherm-Geschäftsführer Josef Gunsch und BWT-Austria-Geschäftsführer Lutz Hübner bekannt. Verkauft werden sollen die BWT-Produkte in den Physiotherm-Geschäften aber nicht, wie beide präzisierten. Der Verkauf der BWT-Produkte erfolgt etwa über Installateure. Physiotherm erhofft sich durch die Kooperation allerdings mehr Kundenfrequenz und einen Zugang zu den Vertriebskanälen von BWT für seine Infrarotkabinen und -duschen.

Josef Gunsch (Physiotherm, rechts) mit Lutz Hübner (BWT).
© Physiotherm

Die Kooperation dürfte aber auch Teil eines rigorosen Kosteneinsparungsprogramms sein, das die Physiotherm GmbH bereits im vergangenen Jahr gestartet hat und heuer rund 1 Million Euro an Einsparung bringen soll. Durch die BWT-Kooperation soll etwa ein Teil der Fixkosten abgewälzt werden.

Im vergangenen Geschäftsjahr (bis September 2014) erlitt die Physiotherm GmbH mit Sitz in Thaur – sie trug rund 2/3 zum Konzernumsatz bei – einen Umsatzrückgang um 3,8 % auf rund 21,5 Mio. Euro und schrieb einen Jahresverlust von rund 330.000 Euro, geht aus der jüngsten Bilanz hervor.

Der Gesamtkonzern mit 260 Mitarbeitern hingegen – also inklusive Deutschland, Schweiz, Italien und England – habe ein Umsatzplus um 2 bis 3 % auf 31,5 Mio. Euro verzeichnet und unterm Strich eine schwarze Null geschrieben, betonte Gunsch. Für heuer rechnet er konzernweit mit einem Umsatzplus von 5 bis 7 Prozent und einem „entsprechenden Ergebnis“.

2013 hatte die Physiotherm-Gruppe von BWT den Kärntner Glasduschenproduzenten Neher übernommen. Das Neher-Produktionswerk in Villach wird nun geschlossen, die 16 betroffenen Mitarbeiter sind noch bis Ende März beschäftigt, so Gunsch. Die Produktion wird in das bestehende und erweiterte Physiotherm-Werk im deutschen Treuen verlagert – dort werden Infrarotkabinen und -duschkabinen hergestellt.


Kommentieren


Schlagworte