Sorgenia treibt Schuldenabbau voran

Rom (APA) - Die Mailänder Stromfirma Sorgenia, bei der der Verbund ausgestiegen und sich im Zuge des mit den Banken vereinbarten Rettungspak...

Rom (APA) - Die Mailänder Stromfirma Sorgenia, bei der der Verbund ausgestiegen und sich im Zuge des mit den Banken vereinbarten Rettungspakets von seinem 47-Prozent-Anteil getrennt hat, treibt den Schuldenabbau voran. Allein heuer Jahr soll die Verschuldung des Konzerns von 1,7 Mrd. Euro auf 1 Mrd. Euro reduziert werden, berichtete der neuernannte CEO, Gianfilippo Mancini.

Der 49-jährige Manager mit Erfahrung beim italienischen Energiegiganten Enel, hofft, 2016 die Gewinnschwelle zu erreichen. Die Verschuldung soll mit dem Verkauf von Assets reduziert werden. Vorgesehen sind starke Kürzungen bei den operativen Kosten und der Ausstieg aus Aktivitäten, die nicht mit der thermischen Stromproduktion zusammenhängen.

Sorgenia will für den Neustart vor allem ihre vier Gaskraftwerke in Italien nutzen und aus dem Bereich erneuerbare Energien aussteigen. Die Stromgesellschaft hatte sich zuletzt bereits mit dem australischen Fonds Macquarie über den Verkauf ihrer Assets im Bereich Öko-Energie geeinigt.

Der frühere Mehrheitseigentümer, die italienische Industrieholding CIR, hat sich vor zwei Wochen endgültig von Sorgenia getrennt. Die Gruppe CIR im Besitz der Unternehmerfamilie De Benedetti hat ihre gesamte 53-prozentige Sorgenia-Beteiligung an einen Pool aus Gläubigerbanken abgegeben. Der Bankenpool, zu dem auch die Bank Austria-Mutter UniCredit gehört, übernimmt somit die komplette Kontrolle über Sorgenia. Die Banken hatten sich zuletzt an einer Kapitalerhöhung im Wert von 400 Mio. Euro zur Rettung Sorgenias beteiligt. Der Ausstieg aus der maroden Stromgesellschaft hat keine Auswirkungen auf die Bilanzen der CIR-Holding, die ihre Beteiligung bereits 2013 abgeschrieben hatte.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Ein Rettungsplan für die Übernahme Sorgenias war im Juli vergangenen Jahres von den Banken sowie den bisherigen Sorgenia-Eigentümern nach sieben Monaten zäher Verhandlungen unterzeichnet worden. Der Verbund hatte den Sorgenia-Anteil bereits 2013 auf null abgeschrieben. Der zu 51 Prozent im Besitz der Republik Österreich stehende Verbund war nicht bereit, noch Kapital in die Italien-Beteiligung zu stecken. Verkaufsversuche waren erfolglos. Insgesamt hat der Verbund in Italien rund 450 Mio. Euro abgeschrieben, 2013 erfolgten davon 396 Mio. Euro an Wertberichtigungen.


Kommentieren