AK zeigt sich im Bezirk streitbar

Tausende suchten 2015 im Bezirk bei der Arbeiterkammer Rat. 144-mal endeten Streitigkeiten in Arbeitsrechtsfragen vor Gericht.

Kufstein –Es gibt aus Sicht der Tiroler Arbeiterkammer brisantere Bezirke als Kufstein, das stellte der Tiroler Arbeiterkammer-Präsident Erwin Zangerl bei einer Bilanzpressekonferenz vorn­e weg fest. Aber trotzdem: Auch der Bezirk Kufstein sei keine Insel der Arbeitnehmerseligkeit. Das zeigt allein­e die Leistungsübersicht der Geschäftsstelle Kufstein. So konnte Georg Ritzer, Leiter der Bezirkskammer, von 5000 persönlichen und 16.500 telefonischen Beratungen im Jahr 2014 berichten. 450-mal habe die Arbeiterkammer schriftlich bei einer Firma interveniert, 144-mal musste man vor Gericht ziehen. Letztlich seien an die 770.000 Euro für die Mitglieder erstritten worden, 304.000 Euro konnten durch die Anmeldungen an den Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) erzielt werden. Meist geht es bei Beratungen bzw. Vertretungen im Bereich des Arbeitsrechts um ungerechtfertigte Entlassungen, nicht abgerechnete Überstunden, und häufig auch um nicht ordnungsgemäße Anmeldung zur Sozialversicherung. Die Arbeiterkammer hilft auch bei Fällen des Konsumentenrechts, wie Mängel bei Urlaubsreisen oder Telefon- und Internetabzocke und Fragen bzw. Streitigkeite­n im Mietrecht.

Auch im Bezirkskrankenhaus Kufstein konnte die AK helfen, als es darum ging, 150.000 Euro für nicht ausbezahlte Gehälter bzw. Fahrtgelder für Weiterbildungen für das Personal vor Gericht zu erstreiten, wie der Betriebsratsvorsitzende und Kammerrat Gerhard Margreiter erzählt. Zangerl kritisiert in diesem Zusammenhang den Umgang der Bürgermeister im Verband mit dem Persona­l.

Sorgen bereitet der Arbeitsmarkt. „Es zeigt sich, dass auch im Bezirk Kufstein die Zunahme bei den Arbeitslosen mit 50 Prozent in vier Jahren dramatisch ist. Einerseits wird verlangt, länger zu arbeiten, andererseits gibt es keine Jobs“, zeigt Zangerl auf, der sich für ein Bonus-Malus-System ausspricht. (wo)


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