Jobsuche dauert im Schnitt bereits 116 Tage

Die Arbeitssuche dauert immer länger. Im Schnitt bereits 116 Tage und damit um acht Tage länger als im April des Vorjahres. Sozialminister Hundstorfer hofft auf eine Konjunkturbelebung durch Deutschland.

Jobsuche dauert für Arbeitslose immer länger.
© Getty Images/iStockphoto

Wien - Arbeitslose müssen in Österreich immer länger nach einem Job suchen. Die Arbeitssuche bei vorgemerkten Arbeitslosen lag per Ende April im Schnitt bei 116 Tagen und dauerte damit um acht Tage länger als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 lag die durchschnittliche Verweildauer bei 97 Tagen.

„Sollte der Konjunkturaufschwung bei unserem Haupthandelspartner Deutschland anhalten, so werden das auch die österreichische Betriebe über kurz oder lang spüren“, kommentierte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) die aktuellen Arbeitslosenzahlen am Montag in einer Aussendung. Die steuerliche Entlastung der Einkommen, die Wohnbauinitiative und der Ausbau der Beschäftigungsinitiative für Personen ab 50 würden allerdings erst nächstes Jahr stärker auf die Gesamtbeschäftigung wirken.

Ausländer, Behinderte und Ältere am stärksten betroffen

Hundstorfer betonte erneut, dass die Sozialpartner beim Bonus-Malus für Ältere „möglichst rasch“ zu Verhandlungsergebnissen kommen müssten. Angebotsentlastende Maßnahmen für den Arbeitsmarkt wären auch der Abbau von übermäßigen Überstunden und zusätzliche Erholungstage für Personen die schon lange im Arbeitsleben stehen.

Überdurchschnittlich stark vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen waren per Ende April im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut Ausländer (+24,9 Prozent), behinderte Personen (+17,4 Prozent) und Ältere ab 50 Jahren (+17,2 Prozent). Im Vergleich etwas weniger dramatisch entwickelte sich die Lage bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre), hier gab es einen Zuwachs um 8,3 Prozent. Die Arbeitslosenzahlen stiegen bei Männern (+16,3 Prozent) stärker als bei Frauen (+12,2 Prozent).

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Fast neun Prozent mehr Arbeitslose in Tirol

Den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit nach Branchen gab es Ende April im Bereich der Leiharbeit (+16 Prozent), im Gesundheits-und Sozialwesen (+13,6 Prozent) und am Bau (+12,4 Prozent).

Der größte Zunahme von Arbeitslosen nach Bundesländern wurde per Ende April in Wien mit plus 24,2 Prozent auf 122.347 Personen verzeichnet, gleichzeitig sank aufgrund der AMS-Kursreform die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 28,3 Prozent auf 24.924. In Niederösterreich stieg die Zahl der Arbeitslosen um 13,4 Prozent und reduzierte sich die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 16 Prozent auf 9.614. Den geringsten Arbeitslosenzuwachs gab es in Salzburg (+5,6 Prozent). Salzburg war aber das einzige Bundesland mit einem Anstieg der Schulungsteilnehmer (+4,3 Prozent). In Tirol stieg die Zahl der Arbeitslosen um 8,9 Prozent, die Anzahl der Schulungsteilnehmer sank um 4,8 Prozent.

Per Ende April waren um 7 Prozent mehr Lehrstellensuchende vorgemerkt. Dem stand eine Zunahme um 1,6 Prozent beim Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen gegenüber. Damit ist die Lehrstellenlücke um 264 auf 1.673 angestiegen. (APA/tt.com)


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