Tschechien: Katholische Kirche gedenkt des Kriegsendes vor 70 Jahren

Prag (APA) - Die katholische Kirche in Tschechien gedenkt dieser Tage mit einigen markanten Aktionen des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70...

Prag (APA) - Die katholische Kirche in Tschechien gedenkt dieser Tage mit einigen markanten Aktionen des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren. Am Dienstag beginnt der zentrale Gedenkgottesdienst im Prager Veitsdom. Hauptzelebrant ist der Prager Erzbischof und Vorsitzende der Tschechischen Bischofskonferenz, Kardinal Dominik Duka, die Predigt hält Leonard William Kenney, Weihbischof von Birmingham.

Eingeladen sind Vertreter der Kriegsveteranen sowie Nachfahren des tschechischen Widerstands im In- und Ausland, wie Kathpress am Montag berichtete. Ihre Teilnahme zugesagt hat unter anderen Helen Patton, eine Enkelin von General George Smith Patton, der 1945 an der Spitze der Dritten US-Armee West- und Südwestböhmen befreit hat. An den im tschechischen Fernsehen direkt übertragenen Gottesdienst im Veitsdom schließt eine neuntägige Wallfahrt des sogenannten Palladiums des Landes Böhmen an, eines Muttergottes-Reliefs, das im Wallfahrtsort Stara Boleslav aufbewahrt wird. Wie schon kurz nach Kriegsende, besucht das Palladium neun Prager Pfarren, deren Kirchen Nationalheiligen geweiht sind. Am 5. Mai nimmt Kardinal Duka außerdem zusammen mit Spitzenvertretern des Staates an einem Konzert im Kongresspalast teil.

Am 7. Mai sollen ab 19.30 Uhr alle Kirchenglocken zur Erinnerung an das Kriegsende vor 70 Jahren sieben Minuten lang läuten. Am Staatsfeiertag, 8. Mai, soll nach Abschluss des Gottesdienstes die Nationalhymne gesungen werden. Je nach den örtlichen Gegebenheiten soll auch ein kurzes Gebet am Kriegerdenkmal abgehalten werden. Die Tschechische Bischofskonferenz hat sich diesen Empfehlungen in einer Erklärung im Wesentlichen angeschlossen.

Nach Böhmen waren 1945 die Amerikaner vor den Russen gekommen. Ende April 1945 war die 3. US-Armee von der Elbe nach Süden zur Donau vorgestoßen und erreichte Passau. Anfang Mai erreichte sie die Grenze zu Oberösterreich, nahm Linz ein, befreite das KZ Mauthausen sowie einige Außenlager, darunter das KZ Ebensee. Der linke Flügel der 3. US-Armee rückte unterdessen über Pilsen nach West- und Südböhmen vor. Diese Einheit stellte die am weitesten nach Osten vorgedrungene US-Truppe dar.

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Unterdessen rückte die russische 3. und 4. Gardearmee der 1. Ukrainischen Front in von Ostern her Richtung Prag vor. Sie nahm am 9. Mai zusammen mit Partisanen die tschechische Hauptstadt ein und kesselte damit die Hauptkräfte der deutschen Gruppierung nördlich von Prag ein, die am 10. und 11. Mai in Kriegsgefangenschaft gingen. Am 11. Mai traf die Rote Armee bei Budweis auf die Amerikaner. Die tschechischen Katholiken hofften damals auf einen Verbleib der Amerikaner in Westböhmen.


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