Steirische Hanlo 2 - Verdrängungswettbewerb als Ursache

Graz (APA) - Hanlo wurde vor 40 Jahren gegründet und gilt als eines der Pionierunternehmen am deutschen Fertighaus-Markt. Nun hat die Firma ...

Graz (APA) - Hanlo wurde vor 40 Jahren gegründet und gilt als eines der Pionierunternehmen am deutschen Fertighaus-Markt. Nun hat die Firma ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Es wird nach einem strategischen Investor für die Muttergesellschaft gesucht, um den Gläubigern - rund 190 Lieferanten - eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren anzubieten.

Die Ursache für die Insolvenz sei ein zunehmender Verdrängungswettbewerb am österreichischen Markt. Daher musste die Firma Auftragsrückgänge verzeichnen. Hinzu komme, dass Banken weniger Kredite an Häuslbauer vergeben und daher auch weniger Eigenheime gebaut würden. Weiters war das Unternehmen eigenen Angaben zufolge mit hohen Vorfinanzierungskosten bei zwei Großprojekten - mehrgeschoßiges Wohnbauprojekt im Ausland und eine Wohnsiedlung in Graz - konfrontiert. Bei diesen beiden Bauvorhaben war es durch Unwetter im Frühjahr 2015 zu Verzögerungen gekommen.

Die Passiva zu Verkehrswerten betragen laut Alpenländischen Kreditorenverband unter Ausklammerung der Rückstellungen 21,3 Mio. Euro. Davon entfallen rund 4,8 Mio. Euro auf Bankverbindlichkeiten und etwa 3,8 Mio. Euro auf Lieferantenverbindlichkeiten. Die erhaltenen Anzahlungen betragen rund 7,6 Mio. Euro. Zu Verkehrswerten werden lediglich Aktiva von rund 815.000 angeführt. Dies sei darauf zurückzuführen, dass mehrere Unternehmensbeteiligungen an verbundenen Unternehmungen mit einem Buchwert von rund 4,8 Mio. Euro auf null berichtigt werden. Auch die Forderungen aus den einzelnen Bauvorhaben dürften abgetreten sein und scheinen daher bei den Aktiva zu Verkehrswerten nicht mehr auf.

Die Firma Hanlo - Fertighaus Gesellschaft m.b.H. wurde 1975 von Hanno Loidl gegründet, wobei der Markenname ein Akronym der Anfangsbuchstaben des Namens des Gründers ist. Im Jahr 1991 wurde das Unternehmen um eine Produktionsstätte in Freiwalde (Deutschland) erweitert, wo das Stammwerk und ein Designcenter über eine eigene Gesellschaft betrieben werden.

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Im Jahr 2011 schied Hanno Loidl aus dem Traditions-Unternehmen aus und es wurde von der europaweit agierenden Green Building Group übernommen. Seit damals werden auch 100 Prozent des Stammkapitals an Hanlo von der Green Building Group GmbH gehalten, welche wiederum mehrheitlich (93,36 %) im Eigentum der H.I.G. Capital steht, einer weltweiten Beteiligungsgesellschaft. Hanlo ist daher seit 2011 eine der Marken der Green Building Group, die jährlich rund 500 Wohnprojekte in den Kernmärkten Österreich und Deutschland realisiert. Insgesamt sollen in den vergangenen 40 Jahren rund 10.000 Häuser errichtet worden sein. Im Unternehmen werden derzeit 28 Angestellte und 47 Arbeiter beschäftigt.


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