Außerferner Nepalhilfe startet mit 20.000 Euro im Gepäck

Vier Außerferner sind ab Samstag drei Wochen im Erdbebengebiet. Alle Reisekosten werden – wie immer – persönlich getragen.

© Wohlgenannt Wolfgang

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Nun wird es ernst. Die Flüge sind gebucht, am Samstag heben Hannelore Gnadlinger, Marlies Kerber, Herbert Wachter und Ulli Jäger in Richtung Himalaya ab. Die Gruppe bringt – wie berichtet – Hilfsgüter ins Erdbebengebiet nach Nepal. In den letzten Tagen haben die drei Frauen noch eifrig gesammelt und mit ihrem mobilen Stand Waren verkauft, um auch in Nepal selbst Hilfsgüter und Grundnahrungsmittel erwerben zu können. Denn damit kann dort doppelter Nutzen gestiftet werden.

Der Zuspruch der Bevölkerung war enorm, weiß Hannelore Gnadlinger auf TT-Anfrage zu berichten. So stellte sich zum Beispiel auch die Faschingsgilde Reutte ein, die den jährlichen Umzug am Unsinnigen organisiert. Die lustigen Maschgerer übergaben einen Scheck in der Höhe von 500 Euro. Aus Verkäufen und Spenden kam insgesamt eine Summe von 20.000 Euro zusammen.

Zusätzlich werden Zelte, Medikamente und Verbandsmaterial mitgenommen. Die erst favorisierten Decken stehen hingegen nicht mehr ganz oben auf der nepalesischen Prioritätenliste. Die Gruppe, die unter dem Namen „Schulkinder Nepal“ schon mehrmals im Himalayastaat nahe dem Everestgebiet in Jubu tätig war, hat dort Schulgebäude saniert, Schulmaterial verteilt und Wasserleitungen instand gesetzt. Diesmal wird sie in noch unbekanntes Terrain aufbrechen. Denn Jubu ist vom Beben verschont geblieben.

„Wir fliegen mit Turkish Airways und können zusätzlich zu 30 Kilogramm Gepäck weitere 90 Kilogramm Übergepäck kostenlos mitnehmen“, freut sich die Außerfernerin. In Kathmandu werden sie von einem nepalesischen Bekannten erwartet. Dort wird dann kurzfristig entschieden, in welches Dorf die Hilfe außerhalb der Hauptstadt gebracht werden soll.

Ein Aspekt ist Gnadlinger, die als Hausdame im Hotel Ammerwald die Zimmermädchen unter sich hat, sehr wichtig. Sie würden immer wieder gefragt werden, ob die Reisekosten aus Spendengeldern finanziert werden. „Hier möchte ich eines klarstellen: Wir zahlen Flug, Aufenthalt, Inlandsfortkommen – einfach alles Persönliche – aus eigener Tasche. Das war auch bisher schon bei unseren Hilfsreisen so. Bei mir wird Weihnachts- und Urlaubsgeld zusammengelegt, dann geht sich das aus. Die Spenden kommen eins zu eins ohne einen einzigen Cent Abschlag nach Nepal.“


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