Euro-Schwäche schiebt heuer Wachstum bei Europas Großkonzernen an

Wien (APA) - Europas Top-300-Konzerne - darunter auch die OMV (Platz 51), voestalpine (164) und Andritz (273) - haben heuer die Chance auf e...

Wien (APA) - Europas Top-300-Konzerne - darunter auch die OMV (Platz 51), voestalpine (164) und Andritz (273) - haben heuer die Chance auf einen zusätzlichen Wachstumsschub: Unternehmen in der Eurozone mit einem erheblichen Umsatzanteil im außereuropäischen Ausland sollten vom niedrigen Eurokurs profitieren und in Sachen Rentabilität gegenüber der US-Konkurrenz aufholen, erwartet das Beratungsunternehmen EY.

„Auch der niedrige Ölpreis kommt der europäischen Wirtschaft zu Hilfe“, sagt Gerhard Schwartz von EY Österreich. Bisher habe die amerikanische Wirtschaft von niedrigen Energiekosten profitieren können, während die europäischen Unternehmen unter dem hohen Ölpreis litten. Dieser wichtige Wettbewerbsnachteil der Europäer entfalle. Parallel dazu müssten die US-Konzerne mit einem aufgewerteten Dollar umgehen - die in Euro erzielten Einnahmen schrumpften bei der Umrechnung in die eigene Währung. „Der Höhenflug des Dollar führt dazu, dass die Geschäfte mit dem Ausland für US-amerikanische Unternehmen teurer werden“, erklärt Schwartz.

Das den europäischen Börsengiganten in Aussicht gestellte Wachstum kommt gerade recht. Denn 2014 blieben sie laut EY in puncto Umsatz- und Gewinnentwicklung sowie Rentabilität hinter den US-Konzernen zurück. Während die Verkaufserlöse und der operative Gewinn der Riesen in Europa um 0,5 Prozent auf insgesamt 7,1 Billionen Euro bzw. 4 Prozent auf 624 Mrd. Euro sanken, stiegen der Umsatz bei den amerikanischen Top-300-Unternehmen um 4,1 Prozent auf 8,2 Billionen Euro und der Gewinn um 1 Prozent auf 952 Mrd. Euro.

Die Profitabilität sei aber auf beiden Seiten des Atlantiks leicht zurückgegangen - in Europa um 0,4 Prozentpunkte und in den USA um 0,3 Prozentpunkte. Allerdings lag die Gewinnmarge bei den Amerikanern immer noch bei 11,7 Prozent - die US-Konzerne werken damit um etwa ein Drittel profitabler als die europäischen (mit 8,7 Prozent).

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„Die europäischen Unternehmen haben trotz der leichten wirtschaftlichen Erholung in der Eurozone die Trendwende immer noch nicht geschafft“, so der EY-Experte. Europa leide unter strukturellen Problemen - hohe Arbeitslosigkeit, hohe Staatsverschuldung und „eine zu schwach ausgeprägte Innovations- und Unternehmerkultur“. Zudem dominiere die „Old Economy“ - die meisten der Top-300-Konzerne sind in den Bereichen Industrie (66), Versorger(30), Öl und Gas (24) sowie Bergbau/Metallgewinnung (23) tätig. In den USA wiederum ist der Anteil der Industrie (42) wesentlich geringer. Gleichzeitig sind der Groß- und Einzelhandel (32), IT (30) und Gesundheitswesen (26) deutlich stärker vertreten. „Die US-Unternehmen sind in Branchen unterwegs, in denen die Margen erheblich höher sind“, so Schwartz.

EY untersuchte die Bilanzzahlen der jeweils 300 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen in Europa und den USA (ohne Banken und Versicherungen).


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