DZ Bank startete schwungvoll ins Jahr - WGZ-Fusion rückt näher

Frankfurt (APA/Reuters) - Die DZ Bank ist dank der guten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland mit Rückenwind in das laufende Jahr gestartet...

Frankfurt (APA/Reuters) - Die DZ Bank ist dank der guten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland mit Rückenwind in das laufende Jahr gestartet. Vom anvisierten Betriebsgewinn von 1,5 Mrd. Euro habe das Institut in den ersten drei Monaten bereits „gut die Hälfte“ eingefahren, sagte Bankchef Wolfgang Kirsch am Montagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW).

Das Spitzeninstitut der meisten Volks- und Raiffeisenbanken habe sich in allen Geschäftsbereiche positiv entwickelt und liege oberhalb der eigenen Planungen.

Mit dazu beigetragen habe die Risikovorsorge, die wegen der guten Konjunktur in Deutschland auf einem sehr niedrigen Niveau liege, sagte Kirsch. Zudem gebe es dank der Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) Rückenwind von den Märkten. In der Folge habe das Frankfurter Geldhaus auch die gestiegenen Ausgaben für die Bankenabgabe wegstecken können, die sich auf rund 140 Mio. Euro vervielfacht habe.

Die härteren Auflagen der Regulierer und das Verhalten der EZB als neuer Bankenaufseher sieht Kirsch kritisch. Die EZB arbeite sehr professionell und habe gute Leute, überziehe aber bisweilen mit ihren Vorgaben. „Sie ist rigide in der Überwachung und rigide in der Regulierung und das kann dazu führen, dass die Befähigung der Banken, der Realwirtschaft zu dienen, beeinträchtigt wird.“ Problematisch findet Kirsch unter anderem, dass die EZB den Banken immer wieder individuelle Mindest-Kapitalquoten vorgeben will. Das mache es für die Geldhäuser schwierig, langfristig zu planen.

Bei der angepeilten Fusion mit dem Schwesterinstitut WGZ Bank sieht Kirsch seine Bank auf Kurs. „Meine Zuversicht wird jeden Tag ein Stückchen größer.“ Er wolle den Zusammenschluss schon in der ersten Hälfte seiner verbliebenen Vertragslaufzeit eintüten, sagte der Vorstandschef, der seinen Kontrakt kürzlich bis 2020 verlängert hat. Mehrere Anläufe, die deutlich größere DZ Bank mit der vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiven WGZ zu vereinigen, waren in der Vergangenheit gescheitert.

Eine zentrale Herausforderung für die DZ Bank sei darüber hinaus die Digitalisierung, sagte der Vorstandschef. Die DZ-Gruppe plane hier in den nächsten Jahren Investitionen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Auch die Übernahme von auf Finanzanwendungen spezialisierten IT- und Internetfirmen, sogenannten FinTechs, kann sich Kirsch vorstellen, „wenn da was gutes dabei ist, was sich bei uns andocken kann.“ Bisher konzentriert sich die DZ Bank auf Kooperationen, kürzlich etwa trat sie dem Start-Up-Fördernetzwerk „Plug and Play“ von Axel Springer bei.

~ WEB https://www.dzbank.de/ ~ APA348 2015-05-05/13:43


Kommentieren