Neun Staatschefs bei Weltkriegsgedenken in Danzig

Danzig (Gdansk) (APA) - Neun Staatsoberhäupter werden am Donnerstag zu den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieg...

Danzig (Gdansk) (APA) - Neun Staatsoberhäupter werden am Donnerstag zu den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Danzig (Gdansk) erwartet. Der Einladung des polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski auf die Westerplatte, wo am Morgen des 1. September 1939 die ersten Schüsse des Zweiten Weltkriegs fielen, folgen vor allem Präsidenten aus osteuropäischen Ländern.

Ihr Kommen zugesagt haben die Präsidenten Bulgariens, Rosen Plewneliew, Kroatiens, Kolinda Grabar-Kitarovic, Zyperns, Nikos Anastasiadis, Tschechiens, Milos Zeman, Estlands, Toomas Hendrik Ilves, Litauens, Dalia Grybauskaite, Rumäniens, Klaus Johannis, und der Ukraine, Petro Poroschenko. Nach Danzig reisen will außerdem der slowakische Premier Robert Fico, wie polnische Medien am Dienstag unter Berufung auf die Präsidialkanzlei in Warschau berichteten. Bundespräsident Heinz Fischer wird nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen.

In Westeuropa stieß die Initiative Komorowskis eines gemeinsamen Weltkriegsgedenkens in Polen, das ursprünglich für den 8. Mai geplant war dann aber auf den 7. vorverlegt wurde, auf wenig Resonanz. Deutschland wird in Danzig vom früheren Bundespräsidenten Horst Köhler vertreten sein, Frankreich schickt Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian. Kommen wollen auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, der EU-Ratsvorsitzende Donald Tusk sowie mehrere Parlamentspräsidenten. Den Feierlichkeiten geht eine Konferenz voraus, wo prominente internationale Historiker und Politiker über das Erbe des Zweiten Weltkriegs diskutieren werden.

Die Idee Warschaus parallel zu den Siegesfeiern in Moskau ein Weltkriegsgedenken in Danzig abzuhalten, hatte Anfang Februar zu einem diplomatischen Streit zwischen Polen und Russland geführt. „Warum haben wir uns daran gewöhnt, dass Moskau der Platz ist, wo das Ende der Kriegshandlungen gefeiert wird, und warum zum Beispiel nicht in London oder Berlin, was noch natürlicher wäre?“, fragte der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna damals. Der russische Vize-Außenminister Grigori Karassin reagierte erbost und sprach von einem weiteren „ungeschickten Versuch“ seitens des polnischen Politikers, die „Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs und die Rolle der Sowjetunion als Sieger im Großen Vaterländischen Krieg infrage zu stellen“.


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