Raumfahrtunternehmen SpaceX testet „Schleudersitz“ für Raumfähren

Miami (APA/AFP) - Die private US-Raumfahrtfirma SpaceX will am Mittwoch einen Auswurfmechanismus testen, durch den sich Astronauten im Falle...

Miami (APA/AFP) - Die private US-Raumfahrtfirma SpaceX will am Mittwoch einen Auswurfmechanismus testen, durch den sich Astronauten im Falle einer Fehlfunktion während des Fluges in Sicherheit bringen können sollen.

Bei dem nur gut zwei Minuten dauernden Test wird eine Puppe an Bord der Raumfähre Dragon in einer Höhe von 1.500 Metern mitsamt des Gefährts vom Antriebsmodul abgeworfen und rund zwei Kilometer vom Startort entfernt ins Meer vor der Küste Floridas fallen, teilte das kalifornische Unternehmen mit.

„Dieses System soll die Crew und ihr Raumschiff bei einem potenziellen Defekt schnell von der Rakete wegbringen“, teilte SpaceX mit. Die neue Sicherheitsmaßnahme sei mit einem „Schleudersitz“ für Kampfpiloten vergleichbar, nur werde hierbei das gesamte Raumschiff von der Rakete „weggeschleudert“. Dem Unternehmen zufolge soll mit der Dragon eine Rettung der Astronauten „vom Startplatz bis hinauf in den Orbit“ möglich sein. Ein derartiges Auswurfsystem existierte zwar auch schon für frühere Raumfahrzeuge, war jedoch jeweils immer nur bis kurz nach dem Start einsetzbar.

Frühere Raumfähren der USA erlaubten es den Insassen nicht, sich noch während des begonnenen Fluges vom Antriebsmodul zu entfernen. Bei der Explosion des Space Shuttles Challenger kamen 1986 sieben Astronauten unmittelbar nach dem Start ums Leben. Sieben weitere starben, als das Shuttle Columbia 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinanderbrach.

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Der erste bemannte Flug der Dragon ist für 2017 vorgesehen. Eine nur zum Transport von Fracht ausgelegte Version der Raumfähre beliefert bereits jetzt regelmäßig die Internationale Raumstation ISS.


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