Frächter Stadler wegen Betrugsverdachts im Gefängnis

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Unternehmer unter anderem betrügerische Krida mit einem Schanden zwischen fünf und zehn Millionen Euro vor.

Symbolbild.
© Jochen Zick

Linz/Wien – Der oberösterreichische Frächter Gerhard Stadler sitzt seit Anfang der Woche in der Justizanstalt Josefstadt in Wien. Der 75-Jährige ist am Montag in Waasen bei Peuerbach (Bezirk Grieskirchen) festgenommen worden. Der Vorwurf lautet auf betrügerische Krida, berichteten die „Oberösterreichischen Nachrichten“ in ihrer Mittwoch-Ausgabe und „News“ online.

Laut „OÖN“ geht es um einen Schaden von 5 bis 10 Mio. Euro. Schon Anfang April habe die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Wien der Linzer Kriminalpolizei den Auftrag gegeben, den Unternehmer festzunehmen. Untersuchungshaft wurde wegen Verdunkelungs-, Tatbegehungs- und Fluchtgefahr beantragt. Die Geschäftspraktiken des Transportunternehmers brachten die Behörden immer wieder zum Einschreiten, unter anderem wegen der Vorwürfe der Abgabenhinterziehung und illegaler Ausländerbeschäftigung. „News“ berichtete von einer 13 Monate langen Prüfung des komplexen Firmengeflechts Stadlers, an deren Ende insgesamt 89 Mio. Euro an offenen Sozialabgaben standen. Stadler war auch in den ersten Frächterskandal Anfang der 2000er-Jahre, in dem es um illegale Beschäftigung von Ausländern ging, verwickelt.

In guten Zeiten sollen laut „OÖN“ an die 1.000 Lkw für Stadler unterwegs gewesen sein. Inklusive der Auslandsfirmen soll er rund 1.500 Mitarbeiter beschäftigt haben. Derzeit laufen sechs Konkursverfahren. Im Zuge dessen wurden auch Zahlen zu Stadlers Finanzen bekannt, in denen von einem Monatseinkommen von 1,17 Mio. Schilling (85.000 Euro) und einem Privatvermögen von mehr als 88 Mio. Schilling (6,40 Mio. Euro) die Rede sei.

Stadler ging als Unternehmer 2014 in Konkurs und wehrte sich gegen die Eröffnung des Verfahrens mit dem Argument, er habe seinen Wohnsitz nach London verlegt. Darum wiederum führt nun die WKStA Fluchtgefahr als Haftgrund an. Der Linzer Insolvenzverwalter der jüngsten Firmenpleite um den Ex-Großfrächter habe nun der WKStA eine umfassende Sachverhaltsdarstellung übermittelt, berichtete die Zeitung. (APA)


Schlagworte