Very British, very tricky - Besonderheiten der Unterhaus-Wahl

London (APA/dpa) - Die Wahl zum Unterhaus in Großbritannien am 7. Mai steckt voller Besonderheiten. Im Folgenden eine Übersicht der Deutsche...

London (APA/dpa) - Die Wahl zum Unterhaus in Großbritannien am 7. Mai steckt voller Besonderheiten. Im Folgenden eine Übersicht der Deutschen Presse-Agentur (dpa):

- Wahllokale: Die Wahlbüros in den 650 Stimmbezirken öffnen um 7.00 Uhr (Ortszeit) und schließen erst um 22.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ). Die Auszählung dauert die ganze Nacht, in einigen Bezirken geht es noch am Freitag weiter. Endergebnis: wohl erst am Freitagnachmittag.

- Wahlsystem: Das britische Mehrheitswahlrecht bedeutet: Es finden de facto 650 Einzelwahlen statt - mit jeweils einem Sieger. Die restlichen Kandidaten und damit auch die für sie abgegebenen Stimmen sind unbedeutend.

- Hochrechnungen: Gibt es nicht - und sie würden im Mehrheitswahlrecht auch nicht viel Sinn ergeben. Denn die landesweite Prozentzahl entscheidet nicht über die Zahl der Sitze. Stattdessen gibt es mit der Schließung der Wahllokale eine Prognose. Dann wird nur noch gezählt.

- Mehrheit: Bei 650 Abgeordneten im Unterhaus ergäbe sich rechnerisch bei 326 eine Mehrheit. Der künftige Premierminister wird aber wohl nur 323 Stimmen brauchen. Der Parlamentspräsident (Speaker) ist nicht stimmberechtigt. Zudem nehmen die (ungefähr fünf) gewählten Vertreter der nordirischen Sinn Fein traditionell ihre Sitze in Westminster nicht ein - aus Protest gegen Großbritannien.

- Regierungsbildung: Traditionell - aber nicht zwingend - hat die stärkste Partei den ersten Zugriff auf die Bildung einer Regierung. Sollte der amtierende Premier keine Chance sehen, muss er zur Queen fahren und seinen Rücktritt einreichen.


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