Wörgler will Hilfe in zerstörte Dörfer bringen

Christian Zangerl von der Organisation „Himalaya Children Help“ organisiert einen Hilfskonvoi in ein nepalesisches Erdbebengebiet.

Symbolfoto.
© Reuters

Von Wolfgang Otter

Wörgl –Es ist ein dramatischer Hilferuf, der am Samstag per E-Mail beim Wörgler Christian Zangerl einging. Er stammt aus dem vom verheerenden Erdbeben zerstörten Nepal, wo bis zu 8000 Tote zu beklagen sind. Von bis zu 95 Prozent zerstörten Häusern und vielen Toten und Verletzten im abgelegenen Dorf Tip­ling ist auch im E-Mail die Rede, weiters von 595 Toten und 594 Verletzten alleine im District Dhading. „Bitte hilf Tipling“, wendet sich der Absender der elektronischen Post an den Wörgler.

Christian Zangerl mit einem „seiner“ Waisenkinder bei einem früheren Besuch in Tipling, wohin er in drei Wochen Hilfsgüter bringen möchte.
© HCH

Es ist kein Zufall, dass dieses E-Mail bei Zangerl landete. Seit Jahren kümmern sich er und seine Lebenspartnerin Margit Danek mit der Organisation „HCH – Himalaya Children Help“ um Waisenkinder in dieser nun verwüsteten Region, die an Tibet angrenzt. Helfer kommen nur schwer in diese Dörfer, in denen Zangerl eine Schule und eine Krankenstation errichtete und derzeit 100 Waisenkindern das Überleben sichert.

„Um dort hinzukommen, ist eine Tagesfahrt mit dem Bus und danach ein weiterer Tag Fußmarsch notwendig“, sagt Zangerl. Nur fährt derzeit kein Bus mehr, da die Straßen zerstört sind. Trotzdem will sich der Wörgler in die Region aufmachen. In knapp drei Wochen fliegt er mit dem Alpinisten Andreas Rabl aus Kirchbichl nach Nepal, um von dort aus einen Hilfstransport in die Berge zu organisieren. Selbst nehmen sie so viel Material mit, wie es ihnen möglich ist – vor allem Plastikplanen. „Damit können sich die Menschen im Dorf einen Unterstand bauen bzw. die zerstörten Häuser abdecken“, sagt Zangerl. Auch Verbandsmaterial wird neben anderen Dingen dringend benötigt.

Das Meiste des Hilfsmaterials will Zangerl vor Ort kaufen. Dann gilt es ein logistisches Problem zu lösen. Wie bekommt man das Material in die auf einer Höhe von 3500 Metern gelegenen Ortschaften, wenn die Straßen unpassierbar sind? „Ein Hubschrauberflug kostet dort normal 700 Euro, derzeit aber 5000 Euro“, zeigt Zangerl auf. Dieses Transportmittel will er nur einmal einsetzen. Der Rest soll per Träger in die Dörfer gebracht werden.

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„Es gibt derzeit viele Menschen, die nichts tun können. Die werden wir engagieren“, ist der Wörgler überzeugt, genügend Träger zu finden. Eine Woche in jede Richtung, so schätzt er, wird der Marsch dauern. Der Weg führt über Pässe, die bis zu 6000 Meter hoch sind, je nachdem welche Wege passierbar sind. Dabei ist eine alpinistische Leistung gefordert, da weite Strecken per Seil gesichert werden müssen. „Vieles ist derzeit noch unbekannt, auch die Zahl der Opfer. In Nepal herrscht das totale Chaos“, weiß Zangerl, dass er sich auf eine gewagte Reise macht. „Seine“ Kinder und die Menschen, die ihn bei den Besuchen in den vergangenen Jahren ins Herz geschlossen haben, sind es ihm aber wert.

Mehr Infos unter www.hch-childrenhelp.com. Spendenkonto: IBAN: AT89 4377 0000 0041 5707; BIC/SWIFT-Code: VBOEATWWKUF.


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