Brotlaibe in Breitenwanger Wald entsorgt

Rätselhaft ist ein Brotfund in freier Natur. Die Lebensmittelketten haben allesamt nachvollziehbare Vorgangsweisen für Altbrot entwickelt.

© Kerber Walter

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Eine mehr als befremdliche Entdeckung machte vor Kurzem der Breitenwanger Walter Kerber. Unter dem Auto seiner Tochter sah er einen Wecken liegen. Auf Nachfrage beteuerte sie, gar kein Brot eingekauft und es somit beim Verlassen des Wagens auch nichts verloren zu haben. Kurz darauf fand er nahe seinem Haus in den Stauden an einem Weg Richtung Fußballplatz gleich zehn Brotlaibe. Kerbers erste Reaktion – blanker Zorn. Wer konnte das Brot, das noch frisch war, nur in den Wald geworfen haben? Zwei Aufkleber ließen zumindest die Lebensmittelkette vermuten. Dort konnte man selbst nur Vermutungen anstellen, ist der Umgang mit Altbrot doch genau geregelt.

Die Tiroler Tageszeitung machte einen Rundruf bei großen „Lebensmittlern“ in Reutte. Alle erklärten unisono, dass sie durch das inzwischen gängige Eigenaufbacken versuchen würden, die Menge gegen Abend so genau abzuschätzen, dass möglichst wenig übrig bleibt. Da dies natürlich nicht zu 100 Prozent gelingen könne, gibt es verschiedenste Vorgangsweisen der Weiterverwendung.

Christian Wagner, Geschäftsführer von Eurospar in Reutte ist mit der hauseigenen Praxis zufrieden. „Wir haben seit unserer Eröffnung eine Lösung, die sich bewährt hat. Das Brot wird täglich von einer Bäuerin aus Pflach abgeholt. Das klappt.“

Billa-Regionalverantwortlicher Patrick Stauder erklärt, dass „jene Firma, die die Rohlinge in Reutte anliefert, auch alles wieder mitnimmt, was übrig geblieben ist“. Und Billa/Merkur-Pressesprecherin Ines Schurin ergänzt: „Wir haben in Österreich unterschiedlichste Kooperationen mit sozialem Aspekt, damit Lebensmittel nicht weggeworfen werden müssen.“ Die strikten gesetzlichen Vorschriften für abgelaufene Ware würden den Spielraum aber sehr einengen.

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Beim zentralen MPreis weiß Geschäftsführerstellvertreterin Funda Bojraz, dass „bei uns übrig gebliebenes Brot am nächsten Tag um den halben Preis angeboten wird. Alles, was nicht verkauft wird, geht dann zurück an die Zentrale.“ Bei Hofer gab es vor Redaktionsschluss keinen Rückruf. In Reutte ist aber bekannt, dass der Lebensmitteldiscounter jenes Brot, das in der Backbox zu viel aufgebacken wurde, entweder heimischen Bauern übergibt oder Sozialmärkten zur Verfügung stellt.

Wie die zehn Brotlaibe in den Wald gekommen sind, bleibt jedenfalls ungeklärt.


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