„Das Land wurde um zehn Jahre zurückgeworfen“

Nepal-Experte Wolfgang Nairz engagiert sich für den Wiederaufbau in der Bebenregion.

© Wolfgang Nairz

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck –Seit Dienstag ist Wolfgang Nairz, Extrembergsteiger, Expeditionsleiter und Nepal-Kenner aus Leidenschaft, wieder zurück in Innsbruck. Seine insgesamt bereits 85. Reise ins Land der Sherpas und des Mount Everest wird ihm für immer in Erinnerung bleiben – als jene, bei der plötzlich die Erde bebte und sich Städte, Regionen und Dörfer in Nepal binnen weniger Sekunden in Trümmerfelder verwandelten.

Nairz war am 25. April gerade mit einer Gruppe in der Khumbu-Region unterwegs, als das Erdbeben kam. Mauern und Gebäude stürzten ein, Steinlawinen donnerten zu Tal und die Menschen flüchteten sich aus den Häusern auf die Felder. Eine Lodge im Dorf Khumjung, in der Nairz und seine Reisegefährten einkehren wollten, wurde vollständig zerstört. „Wären wir zehn Minuten früher angekommen, wären wir wohl verschüttet worden“, berichtet Nairz.

Die Resignation bei der betroffenen Bevölkerung ist groß, Kraft findet man im Zusammenhalt. „Die Menschen sind unglaublich hilfsbereit und unterstützen einander, wo es nur geht“, sagt Nairz. Doch es fehlt am Nötigsten, um die Trümmer zu beseitigen und die Gebäude wieder aufzubauen. „Das Land wurde durch das Beben um zehn Jahre zurückgeworfen“, erklärt der Nepal-Experte, der sich mit seiner Nepalhilfe Tirol für den Wiederaufbau engagiert.

Dieser Tage erhält das Hillary-Hospital in Khunde 10.000 Euro Soforthilfe, für weitere 25.000 Euro sollen in den Regionen Material und Hilfsgüter eingekauft und verteilt werden. „Damit helfen wir doppelt: der angeschlagenen Wirtschaft vor Ort und den Menschen“, erklärt Nairz. Der wichtigste wirtschaftliche Faktor in der Region ist der Tourismus. Daher hofft Nairz, dass die Menschen trotz des Erdbebens weiterhin nach Nepal reisen. Touren in weniger von der Naturkatastrophe betroffene Gebiete seien möglich und würden den Menschen ein Einkommen garantieren. „Es ist wichtig, dass der Tourismus jetzt nicht einschläft.“

Im Juni reist Wolfgang Nairz zum 86. Mal nach Nepal und wird sich dort von den Fortschritten des Wiederaufbaus persönlich überzeugen. Wer der Nepalhilfe Tirol spenden will, kann das unter folgender Bankverbindung tun:

Nepalhilfe Tirol. IBAN: AT86 3600 0000 0064 5895; BIC: RZTIAT22.


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