Bautrupp auf Abwegen: Teilbedingte Strafen für drei Steirer

Graz (APA) - Drei Steirer haben sich die Ausrüstung für ihre Firma kostengünstig besorgt, indem sie einfach auf Baustellen alles vom Schlagb...

Graz (APA) - Drei Steirer haben sich die Ausrüstung für ihre Firma kostengünstig besorgt, indem sie einfach auf Baustellen alles vom Schlagbohrer bis zum Kleinbagger mitgehen ließen. Am Mittwoch standen sie deswegen in Graz vor dem Richter und gaben sich äußerst zerknirscht. Sie wurden zu teilbedingten Haftstrafen von 30 Monaten bis drei Jahren verurteilt.

Hydraulikhammer, Fugenschweißgerät, Kettensäge, Schlagbohrer, aber auch eine Wasserpumpe, ein Minibagger und sogar eine Straßenwalze entwendeten die drei Angeklagten im Laufe von zwei Jahren auf diversen Baustellen. Sie betrieben damit ihre eigene Firma, die aber nicht nach Wunsch gelaufen ist. Was blieb, waren Schulden, ein Konkurs - und eine Anklage wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls.

Alle drei waren bei der Verhandlung geständig, alle drei zeigten sich reuig und ernsthaft betroffen über die eigene Untat. „Wie ist es dazu gekommen?“, wollte Richter Helmut Wlasak vom Erstangeklagten (24), der die Firma gegründet hatte, wissen. Der Beschuldigte schilderte, dass alles mit einem Hydraulikhammer begonnen habe, den man entwendet hatte, weil er so gut auf den firmeneigenen Minibagger - gekauft, nicht gestohlen - gepasst habe. Und regulär hätte er 3.000 Euro gekostet, begründete der Befragte. „Dann haben wir auf Baustellen geschaut, was wir für die Firma noch brauchen können.“

Und brauchen konnte man fast alles, sogar eine Straßenwalze hat das Trio in der Nacht einfach mit einem Tieflader abgeholt und dem eigenen Maschinenpark einverleibt. Ein 200-Liter-Fass Bitumen fiel da schon beinahe unter Kleinigkeiten. Nur von einem Muldenkipper hat man sich schnell wieder getrennt: „Ich hab‘ Angst gekriegt, weil er neuwertig war“, erzählte der zweite Angeklagte (24), der das Gerät dann versteckt und die Nummerntafel entsorgte, indem er sie „in die Wiese geschmissen“ hat.

Alle drei wurden vom Schöffensenat für schuldig befunden und zu Haftstrafen zwischen 30 und 36 Monaten verurteilt. Absitzen müssen sie aber nur sechs bis zehn Monate. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.


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