Weiler-Bilder wandern zur Messe

Die Kostenentwicklung beim Haus der Musik bereitet FI und Grünen kein Kopfzerbrechen. Spannend wird, wem der Betrieb künftig angegliedert werden soll: der Landestheater GmbH oder der Congress und Messe GmbH.

Während die Stadtsaal-Orgel der Pfarre Ötztal-Bahnhof geschenkt werden soll, werden die Weiler-Wandbilder in der Messe eine neue Heimstätte finden.
© Böhm

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Mehrkosten? Nein, eher seien die bisherigen Planungen und aktualisierte Kostenschätzung als „Punktlandung“ zu werten. Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (FI) und Planungsstadtrat Gerhard Fritz (Grüne) gaben sich nach der gestrigen Sitzung des Innsbrucker Stadtsenats betont gelassen. Zuvor hatte der Senat einen Status-Bericht zum Fortschritt beim Haus der Musik „mit großer Zustimmung“ zur Kenntnis genommen, wie Oppitz-Plörer sagte.

Wie berichtet, wird intern bereits mit rund 58 Millionen Euro gerechnet. Zieht man Kosten für Denkmäler und Abstellplatz-Ersatzzahlungen, welche nur die Stadt betreffen, ab, verbleiben 55,6 Mio. €. Und damit liege man noch innerhalb des einst von Stadt und Land beschlossenen Finanzierungsrahmens.

Das Projekt sei ein „kompaktes Paket“. Kämen aber im Zuge der im Mai zu initiierenden Ausschreibung noch Kosten hinzu, so Oppitz-Plörer, müssten diese von Stadt und Land neu „beurteilt“ werden. Fritz bestätigt, dass „das Optimierungspotenzial weitgehend ausgeschöpft ist“. Die Stadt werde keine „unwiederbringlichen Qualitätseinbußen“ hinnehmen, sollte doch der Sparstift gezückt werden müssen. Die künftige Kostenentwicklung will daher auch die oppositionelle ÖVP „im Auge behalten“, wie Stadtrat Andreas Wanker ankündigte.

Großteils auf Schiene ist seit gestern der Verbleib von Stadtsaal-Orgel, Weiler-Fresken und Leopoldsbrunnen. Letzterer, sagt Fritz, werde im Zuge der Bauarbeiten demontiert und restauriert. Wo der Brunnen nach Eröffnung des Hauses der Musik wieder aufgestellt wird, sei noch nicht entschieden: „Fixpunkt in der Vorplatzgestaltung ist er jedenfalls nicht.“

Nach intensiver Herbergs­suche ist nun eine neue Heimstätte für die unter Denkmalschutz stehenden Weiler-Wandbilder, die derzeit noch den Stadtsaal schmücken, gefunden. Sie werden ins „Forum 2“ auf das Messeareal übersiedelt. Dies sei zwar nicht der beste Platz, aber mangels Alternativen „der beste Kompromiss“, sagt die Bürgermeisterin. Mit dem Denkmalamt sei dies bereits akkordiert. Diese Übersiedlung dürfte, so hört man, Kosten von „ein paar hunderttausend Euro“ verursachen.

Der Senat gab gestern auch grünes Licht, damit die Orgel per Schenkungsvertrag von der Pfarre Ötztal-Bahnhof übernommen werden kann.

Weit spannender, weil noch nicht entschieden, dürfte in den kommenden Monaten die Diskussion werden, unter welcher Rechtsform das Haus der Musik künftig seinen Betrieb aufnehmen wird. Wie berichtet, bietet es Platz für zwei Veranstaltungssäle, Gastronomie, Bibliothek, Kammerspiele, Symphonieorchester, Landeskonservatorium, Institut für Musikwissenschaften, Mozarteum, diverse Musikvereine und die Festwochen der Alten Musik.

Auf der Hand lägen zwei unterschiedliche Varianten: einerseits die Eingliederung in die Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck, andererseits jene in die Congress und Messe Innsbruck GmbH (COME). Laut Oppitz-Plörer und Fritz sei man diesbezüglich „ergebnisoffen“. Es sei aber nicht so, dass das Haus der Musik zwingend an die Landestheater GmbH angedockt werden müsse. Gerade im Veranstaltungsbereich böten sich auch mit der COME Synergien an. Hier seien noch Gespräche mit dem Land zu führen.

Eine Entscheidung mit möglicherweise weitreichenden Folgen, schaut man sich die Mehrheitsverhältnisse in diesen ausgelagerten Tochtergesellschaften an. Das Land hält in der Landestheater GmbH immerhin 55 Prozent (Stadt: 45 %), in der COME jedoch nur 25,5 Prozent (Stadt: 58 %; Wirtschaftskammer: 13,5 %; TVB: 3 %).


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