Steinmeier und Lawrow besuchen Soldatengräber in Wolgograd

Berlin/Wolgograd (APA/AFP) - Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) besucht am Donnerstag im russischen Wolgograd gemeinsa...

Berlin/Wolgograd (APA/AFP) - Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) besucht am Donnerstag im russischen Wolgograd gemeinsam mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow Gräber sowjetischer und deutscher Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg. 70 Jahre nach Kriegsende wollen beide damit in der Kriegsgräberstätte Rossoschka der damaligen Toten gedenken, wie das Auswärtige Amt am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Die beiden Außenminister wollen demnach auch gemeinsam ein „Friedenskonzert“ der Symphonieorchester Wolgograds und Osnabrücks besuchen.

„Die Reise von Außenminister Steinmeier steht ganz im Zeichen des gemeinsamen Gedenkens, der Versöhnung und der Verständigung“, sagte Außenamts-Sprecher Martin Schäfer. Es sei Steinmeier „gerade auch wegen der aktuellen Probleme um die Ukraine und im Verhältnis zu Russland ein ganz wichtiges Anliegen, dieses Gedenken an die Schrecken des Zweiten Weltkrieges gemeinsam mit seinem russischen Kollegen zu begehen“.

Die Reise nach Wolgograd, dem früheren Stalingrad, werde auch eine Gelegenheit sein, mit Lawrow über die Lage in der Ukraine zu sprechen, sagte Schäfer weiter. In der zwischen der Ukraine und prorussischen Separatisten umkämpften Ostukraine wurden nach Angaben des ukrainischen Militärs vom Mittwoch innerhalb von 24 Stunden erneut fünf ukrainische Soldaten getötet, davon vier durch eine Minenexplosion.

Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Sonntag zum Gedenken an das Kriegsende vor 70 Jahren nach Russland. Ebenso wie Steinmeier umgeht sie damit eine Teilnahme an der offiziellen russischen Militärparade am Samstag in Moskau. Bundespräsident Joachim Gauck besuchte am Mittwoch ein einstiges sowjetisches Kriegsgefangenenlager im westfälischen Holte-Stukenbrock.

Das Osnabrücker Orchester spielt in den folgenden Tagen auch in Kiew und Minsk, um dort ebenfalls ein Zeichen der Versöhnung zu setzen.


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