Buntes Treiben in den heimischen Tennis-Ligen

Am Wochenende beginnt der Tiroler Tennis-Alltag. Für kuriose Geschichten und viel Verwirrung sorgen dabei die Nennlisten.

Der 27-jährige Lukas Koncilia ist einer der Stammspieler beim TSV Hall und gewann im Vorjahr alle seine 13 Partien.
© kristen-images.com

Von Robert Ullmann

Innsbruck – Vor 20 Jahren begann mit dem Bosman-Urteil das Wettrüsten in den österreichischen Tennisclubs. EU-Ausländer galten nicht mehr als Ausländer – und der prestigeträchtige Kampf um Titel­ehren im Mannschaftstennis trieb bei der Verpflichtung von Nicht-Österreichern erfolgsorientierte Blüten. Von „gekauften Titeln“ war nicht selten die Rede. Alles rechtens, wie die Wettspielordnung bestätigte.

In der Tiroler Liga, der obersten Spielklasse des Landes, bietet die Nennliste der Herren-Teams vor Meisterschaftsbeginn am Wochenende eine bunte Palette. Eigenbauspieler, ehemalige Spitzenspieler und ein Nationenmix prägen das Bild. Österreicher, Deutsche, Australier, Amerikaner und Tschechen sind zum Beispiel auf der Nennliste des Parkclub Igls zu finden. Ob sie alle zum Einsatz kommen?

Diese Frage muss auch bei so manchem auf vorderer Position genannten Tennis-Senior gestellt werden. Die ITN-Rangliste (International Tennis Number) und die Wettspielordnung machen’s jedenfalls möglich, dass der 47-jährige Jürgen Hager auf Nummer zwei des ITC gereiht ist, obwohl er für Colony Wien im Team 45+ genannt ist. Johannes Rampl ist mit 45 Jahren auch im IEV-Bundesligateam dieser Kategorie aktiv, führt der Nennliste nach den TC Kramsach auf Nummer eins in die Punktejagd. Ebenso Manfred Riess (42) den TC Telfs 2. Und Christian Walter (45) will mit seiner Routine in der obersten Spielklasse für Schwaz punkten. Warum nicht? Auch andere ehemalige Tiroler Spitzenspieler wie Marco Rovagnati oder Markus Erler sind als Senioren in der allgemeinen Klasse für Mannschaftspunkte gut.

Zum (taktischen?) Vielspieler avanciert aber Hans-Dietrich Heißl. Der Plus-70-Senior ist beim IEV in vier Klassen aufgrund seines ITN-Rankings auf Nummer 1 genannt und spielt nebenbei noch beim TC Pasching und dem TC Luitpoldpark (München) um Titelehren. Wenn das nur gut geht.

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Was aber die Tiroler Liga betrifft, liegt das Augenmerk auf dem TSV Hall. Die meisten Punkte im Titelrennen 2014 eroberten das kompakte Herrenteam aus Eigenbauspielern, das auch heuer als Titelfavorit gilt. Im Gegensatz dazu sorgte im Vorjahr ein erfolgreicher Mix aus „Jung und Alt“ für den Titelgewinn der Kufsteiner Damen. Schwaz, der IEV (mit Ex-Top-Spielerin Sylvia Plischke ?), oder Wörgl II könnten die Unterländer Festung stürmen. Am Finaltag (4. Juli) gibt’s die Antwort. Einen Tag später wird übrigens der Herrenmeister gekürt. Und dabei spricht alles für den TSV Hall.


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